Die Bahn und ihre Stimmungsmache für S 21

So lautet der Titel des Beitrags des Medienmagazins Zapp (NDR) über die Medien und den Stresstest von gestern Abend.

http://youtu.be/3YUPWqZo2T8

Ein sehr guter Beitrag, wie ich finde. Weiterverbreiten!

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/medien_politik_wirtschaft/stuttgart191.html

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18 Kommentare zu Die Bahn und ihre Stimmungsmache für S 21

  1. Marek Schön sagt:

    Bin 1961 in Stuttgart geboren und lebe seither hier. und muss mir nach 50 jahren regionalem ,zweifelhaftem „Mediengenuss“ nun einen beitrag (Bericht) des ndr Fernsehen reinziehen um ENDLICH mal wieder einen anständigen Bericht zu hören/sehen. Na wenn das kein Armutszeugnis für ARD SWR StZ ist !!!Das Stuttgarter wochenblatt : sind übrigens genauso „Säcke“ Das ist ja eh auch nicht nur kostenlos,sondern auch umsonst.
    Parkschützer 6162 (ich schau` schon lange nur noch Kinderfunk und infomiere und bilde mich längst nur noch
    bei BAA und teils bei Parkschützer usw.)

  2. Chris Burton sagt:

    Ich habe den Text des ZAPP-Berichts abgeschrieben (es gibt wohl noch ein paar Fehler drin):

    [SPRECHER]
    Von Ruhe keine Spur. In Stuttgart trommeln die Bürger wieder gegen den geplanten Neubau des Bahnhofs und wettern gegen die Deutsche Bahn. Denn am Montag titeln große Tageszeitungen „Stuttgart 21 besteht den Stresstest“, dabei steht das Testergebnis noch aus und solange ist unklar, ob der alte Kopfbahnhof abgerissen wird. Doch die Medien verkünden schon jetzt: „Stuttgart 21 besteht“ – und sie zitieren aus dem Umfeld der Bahn.

    [ARNO LUIK, JOURNALIST]
    Das ist keine Relativierung mehr, der wird… eine Behauptung der Bahn wird als Faktum transportiert. Da steht nicht mal mehr, was handwerklich korrekt wäre „Bahn: S21 besteht den Stresstest“. Im Klartext, man übernimmt die Position der Bahn schon in der Überschrift.

    [SPRECHER]
    Der milliardenschwere Tiefbahnhof. So soll er aussehen. Die Bahn will ihn unbedingt bauen. Seit Monaten wird über das riesige Projekt gestritten. Heiner Geißler schlichtet, und fordert:

    [GEISSLER, SCHLICHTERSPRUCH]
    Ich empfehle der Bahn, aus diesen und anderen berechtigten Kritikpunkten, Konsequenzen zu ziehen… Die Deutsche Bahn AG verpflichtet sich, einen Stresstest für den geplanten Bahnknoten Stuttgart 21, anhand einer Simulation durchzuführen.

    [SPRECHER]
    Die Simulation, der Stresstest, soll zeigen, ob der neue Bahnhof besser funktioniert als der alte. Die Ergebnisse wollte Geissler in zwei Wochen vorstellen, doch die Bahn greift vor, macht schon jetzt PR. Öffentlich behauptet sie, Ergebnisse nicht gestreut zu haben, doch nach ZAPP-Recherchen kommen die Infos direkt aus der Chefetage, von ihm, Bahnvorstand Volker Kefer. Am Donnerstag lädt er ausgewählte Journalisten in die Berliner Bahnzentrale ein, und verkauft ihnen den Stresstest als erfolgreich bestanden.

    [SPRECHER, ARNO LUIK IST ZU SEHEN]
    Er hat sich ausführlich mit der Bahn befasst. Der Journalist Arno Luik. Im Stern berichtet er als einer der ersten kritisch über Stuttgart 21.

    [ARNO LUIK]
    Die Bahn beherrscht die Klaviatur des Medienspiels inzwischen ziemlich perfekt. Die Bahn hat zum einen viele ehemalige Journalisten in ihrer Presse oder Presseabteilung, die wissen, wie man Nachrichten schreibt. Die Bahn weiß wann man etwas in die Öffentlichkeit geben muss. Das ist sorgfältig konzipiert, sorgfältig ausgedacht. Und das funktioniert.

    [SPRECHER]
    Die Medien als Sprachrohr. Und, eine weitere Quelle. Am Wochenende berichten Frankfurter Rundschau und Berliner Zeitung über Stuttgart 21. „Nach den bisher durchgesickerten Informationen wird der Stresstest wohl nicht scheitern“, und „es wird wohl so aussehen, dass die Bahn den Test irgendwie schafft“.

    [WINFRIED HERMANN IST ZU SEHEN]
    Der Informant dieses Mal, ein Gegner von Stuttgart 21, Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann. Doch der Politiker dementiert:

    [WINFRIED HERMANN]
    Es wäre nicht besonders klug von mir zu sagen, „der Stresstest ist bestanden“ und so bin ich zitiert worden, also ich habe gar keine Interesse, selbst wenn ich das wüsste, das jetzt so zu kommunizieren. Was ich gesagt habe ist, dass ich höre und sehe, dass die Bahn Journalisten mit Informationen in Hintergrundgesprächen füttert, und auch sonst durchsickern lässt, „wir haben es geschafft“.

    [SPRECHER]
    Falsch zitiert, oder einfach falsch kommuniziert? Die Opposition wirft Hermann vor, er habe gelogen und fordert seinen Rücktritt.

    [ARNO LUIK]
    Es geht um Glaubwürdigkeit, es geht um… vielleicht auch um seine Existenz als Verkehrsminister. Es ist ein knochenharter Kampf, der da im Augenblick geführt wird und auf allen Ebenen… und es geht auch sicherlich darum, ich glaube, dass manche eine große Freude daran haben, dass Winfried Hermann in seiner Autorität beschädigt wird.

    [SPRECHER]
    Denn das Projekt ist hochpolitisch. CDU und FDP haben für morgen [30.06.2011] eine aktuelle Stunde im Bundestag anberaumt. Der Titel klingt wie ein Slogan der Bahn: „Ergebnis des Stresstests respektieren. Keine Blockadepolitik“.

    [ARNO LUIK]
    Die Bahn, und politisch interessierte, politische Kreise, also primär SPD, CDU und auch FDP, sagen immer rituell, „S21 ist ein Projekt der Zukunft, der Moderne… Geschwindigkeitszuwachs“, und verkaufen das so mit Schlagworten. Und ich finde ich schon, dass es Aufgabe des Journalisten ist, diese Schlagworte zu hinterfragen.

    [SPRECHER]
    Doch viele Journalisten haben dieses Mal offenbar nicht hinterfragt, schlucken nach Monaten lauter Proteste was die Bahn ihnen serviert. Halbgares wird zum Fakt. Die PR-Strategie der Bahn erfolgreich, Journalisten behilflich.

  3. Madeleine sagt:

    Was mich einmal interessieren würde und evtl. hat ja jemand Einblick oder zumindest das Interesse nach Hinterfragen daran, was denn nun eigentlich der Super-Chefplaner Hany Azer bei der Bahn für Aufgaben hat und was er aktuell betreut/bearbeitet!
    So sang- und klanglos wie dieser Herr von der Bahnbildfläche verschwunden ist ……………. bei mir klingen da einige Glöckchen sehr hell. Dass Azer nicht wegen „Beleidigungen, „Bedrohungen“ etc.“ gegangen ist, weiß JEDER! Und nun, da ja auch der bewertete „Stresstest“ vor der Türe steht und Azer ja erst im März mit seinen 121 Risiken der Bahn voll in die Quere gekommen ist ……………. würde mich schon interessieren, was dieser Mann jetzt für „bahninterne Aufgaben“ bekommen hat. Wurde er in die Geheimkammern in Frankfurt zum Ausmisten strafversetzt? Welche neuen „Bahnprojekte“ plant er?

    Kennt jemand da Internas?

    • James sagt:

      ***Dass Azer nicht wegen “Beleidigungen, “Bedrohungen” etc.” gegangen ist, weiß JEDER! ***

      Ach wirklich, und woher weiss das jeder? Du scheinst ja im Bilde zu sein, kläre mich auf….

      • L.S. sagt:

        Da braucht man nur 1+1 zusammenzählen,Herr Azer hat sich zu weit aus dem Fenster gelehnt, die Bedrohung ging garantiert nur von der Bahn AG aus. Hätte man ihn entlassen, hätte er sich der Öffentlichkeit weiter zur Verfügung stellen können, so aber muß er Wohl oder Übel den Mund halten, sonst hat er keinen Job mehr und wird evtl. noch zum Schadensersatz verpflichtet. Da sind ja Grube und Kefer sehr stark drin!

      • Madeleine sagt:

        Sorry, aber ich habe den Lesern hier natürlich unterstellt, dass sie nicht alles, was in der Presse zu lesen ist, einfach als erwiesene Tatsache betrachten, sondern auch ihr Oberstübchen zum eigenen Denken benutzen! Wenn das bei dir nicht so ist, helfe ich dir etwas: Sollte!!!!! Herr Azer in irgendeiner Form „bedroht“ worden sein, kannst du – ganz nach Art des Hauses Deutsche Bahn – davon 100 %ig ausgehen, dass dies SOFORT öffentlich gemacht worden wäre, ein eigener Krisenstab gebildet worden wäre (muss ja noch zu Zeiten der alten Landesregierung gewesen sein ….) um die „militanten Bedroher aus der S21-Gegner-Szene“ ausfindig und dingfest zu machen und dies dann wiederum sehr medienwirksam zu verkaufen. Es wäre ein gefundenes Fressen für die Bahn und sämtliche S21-Befürworter gewesen, das sie sich sicherlich nicht hätten entgehen lassen und ausgenutzt hätten!!! aber: ohne handfeste Bedrohungs-Nachweise kann selbst die Bahn und die Stuttgarter Pro-Polizei da nicht wirklich etwas „Brauchbares“ rausholen – Fazit: wieder mal eine Nebelkerze und nur ein vorgeschobener Vorwand, um seinen plötzlichen „Rücktritt“ zu untermauern ……………

        • James sagt:

          Dann solltest Du Dich vielleicht noch mal etwas besser informieren, bevor Du „Tatsachen“ verbeitest…. da ging dich tatsächlich das ein oder andere durch die Presse und es wurde die ein oder andere Maßnahme eingeleitet.

      • Wolfgang Weiss sagt:

        @James:
        Es liegt doch auf der Hand, daß die 121 Risiken über die Azer gesprochen hat, der Grube-Bahn und dem Grinse-Kefer nur peinlich sein MÜSSEN! Handelt es sich doch (offiziell) immer noch um das „bestgeplante und bestgerechnete Jahrhundertprojekt“ (schon die Ausdrucksweise verrät Ansätze von Größenwahn!).
        Auch ich habe aus informierten Kreisen gehört, daß Rüdi Rumpelstilzchen in der Grube und Grinse-Kefer intern „getobt“ haben, als Azer hingeschmissen hat.
        Und natürlich ist er NICHT von „$ 21“ -Gegnern bedroht worden…..
        Mafiaintern läuft das Bedrohungspotential ja bekanntlich untereinander ab…;-)

      • Madeleine sagt:

        So, so – dann nenne mir doch bitte mal „die eine oder andere Sache“ die durch die Presse ging …. mit Quellenangabe, wenn’s recht ist! Dann kommen wir doch mal zu deinen „Tatsachen“ ……….. ich bin ganz Ohr!

      • torsten_t sagt:

        Azer im Interview mit der SN:

        „SN: Die Deutsche Bahn hat mitgeteilt, dass einer der Gründe für den Rückzug die ständigen Anfeindungen und Drohungen gegen Ihre Person waren. Können Sie das konkretisieren?

        Azer: Das Thema wird etwas zu hoch geschaukelt. Es gab zwar solche unschönen Dinge gegen mich und das Team, doch wir dürfen uns davon nicht gefangen nehmen lassen. Es gibt in der wunderschönen Stadt Stuttgart so viele freundliche, zugewandte und kluge Menschen. Wir sollten gemeinsam nach vorne schauen, in die Zukunft.“

        http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stuttgart-21-azer-wirft-nicht-das-handtuch.9c1fe574-9d70-4dd1-9b9c-23fa2cd46285.html

        Hiermit hat Azer die Aussage seines Arbeitgebers deutlich (mehr geht als abhängig Beschäftigter vermutlich nicht) relativiert.

        • Madeleine sagt:

          @James: Ich warte immer noch auf eine Antwort – vor allem auch „die ein oder andere Maßnahme“, die da getroffen worden sein soll – anscheinend bist DU da besser im Bilde (gute Connections zu der Bahn?!?) ……..

        • James sagt:

          Ich bin zeitlich zu Zeit (wie nett…..) etwas knapp bemessen.

          Ich denke mal in der einschlägigen Presse (STN, STZ, Blöd) gab es genug Hinweise auf Drohungen, Sachbeschädigung an seinem Fahrzeug und den daraus resuliertenden Personenschutz. Danach kann man ohne viel Sinn und Verstand selbst schnell googlen, traurig wenn es an einem vorbei gegangen ist. Auch wenn hier mit Sicherheit übertrieben wurde, ist die Tatsache an sich schon schlimm genug…. Auf die schnelle habe ich nur die Äusserungen von Azer direkt nach seinem Rücktritt zu dem Thema inkl diverser Verlautbarungen gefunden die auch die Ereignisse der Vergangenheit hinweisen, die Vergangenheit selbst noch nicht *kopfkratz*

          Leider fehlt mir derzeit die Zeit (da is er wieder…) mal richtig in Ruhe nachzuschauen. Ich werd es aber nachholen, wenn ich etwas mehr Zeit habe.

  4. fx sagt:

    Den ZAPP-Beitrag gibts ansonsten auch hier (z.B. zum einbetten) auf YouTube:
    http://youtu.be/3YUPWqZo2T8

  5. Hans Hase sagt:

    „Dann solltest Du Dich vielleicht noch mal etwas besser informieren, bevor Du “Tatsachen” verbeitest…. da ging dich tatsächlich das ein oder andere durch die Presse und es wurde die ein oder andere Maßnahme eingeleitet.“

    Dann mal Butter bei Fische, James: _Was_ ging da durch die Presse und _welche_ Maßnahmen wurden eingeleitet? Oder sind Sie darüber nicht informiert? Dann keine „Tatsachen“ behaupten, gelle?

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  8. Chris sagt:

    @Marek: Bin gleiches Baujahr, stamme aber aus dem NDR-Land und bin zeitlich gesehen nur zu einem Drittel Schwabe. Nachdem ich jahrelang den SDR wg. Musik und Wortbeiträgen wie „Leute“ immer soviel besser fand als den NDR, geht’s mir nun (eigentlich schon seit der Fusion SWF+SDR – spätestens aber seit der nun schon mehr als 1 Jahr ganz offensichtlich unterirdisch-abhängigen Berichterstattung zu S21 und Landespolitik) ganz genauso: Ich höre „meinen“ alten Sender wieder gerne. Offensichtlich hat man mind. 600 km weit von BW entfernt oder ohne heimatliche Bande (oder besser beides) sein, um halbwegs kritisch über die Dinge berichten zu können, die hier so fürchterlich schief laufen. (Aber zumindest ein Gutes hat das Ganze: Ich habe in 1 Jahr so viele nette seelenverwandte „Nachbarn“ kenngelernt, wie zuvor kaum in 17 Jahren.)

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