Stresstest – was ist das?

Vielen ist unklar, was ein Stresstest überhaupt ist. Es gibt u.a. Definitionen in der Finanzwirtschaft, Informatik, Psychologie, Medizin, Kernkraft, Materialforschung.

Fazit:
Alle Definitionen haben eine Gemeinsamkeit: Das zu bewertende System wird jenseits des Normalbetriebs betrieben und wird u. U. bewusst zum Zusammenbruch gebracht. Nur so kann man die Grenzen des Systems überhaupt feststellen. Ausnahme: Medizin, z. B. ist ein Belastungs-EKG eher ungeschickt, wenn der Patient zusammenbricht.
Diese Vorgehensweise kann man also als Stand der Technik/Wissenschaft bezeichnen.

Schlussfolgerung:
Um den Grenzbereich eines Bahnprojektes zu finden, muss man die „Hardware“ (Züge, Weichen, Signale etc.), die „Software“ (Personal, Kunden, Selbstmörder, etc.) sowie externe Ereignisse (Wetter, Tiere, etc.) berücksichtigen, um in einen kritischen Zustand zu kommen.

Bei S21 wird dieser kritische Zustand nicht herbeigeführt (vgl. Folien 2 und 7 der Präsentation „Stresstest Stuttgart 21"). Der sogennante Stresstest ist also gar kein Stresstest, er ist noch nicht einmal ein Stresstestle! Er entspricht nicht dem Stand der Wissenschaft/Technik. Er ist bestenfalls ein ... Ja, was ist er denn?

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6 Kommentare zu Stresstest – was ist das?

  1. daMax sagt:

    in der Informatik würde man „Best-Case-Test“ dazu sagen. Ein Test, bei dem optimale Bedingungen angenommen werden. So getestete Software erweist sich meist als null fehlertolerant und sehr absturzfreudig.

    • Madeleine sagt:

      na ja, hat schon mal jemand gehört, dass die Bahn von einem „worst case“ ausgeht? Den gibt es bei der Bahn schlichtweg nicht – wenn, dass sind das „höhere Gewalten“ wie auch im Sommer mit den sommerlichen Temperaturen und dem Ausfall der Klimaanlagen, im Winter genau umgekehrt ….. es handelt sich schließlich „um das bestgeplante Jahrhundertprojekt“ …………. da ist automatisch alles optimal ……….(ein ganz großer Störfaktor sind natürlich immer die „Fahrgäste“ ……….. wenn man die jetzt noch abschaffen könnte …………. – pah, dann könnte ein Durchgangsbahnhof wirklich durchgängig sein – er muss ja gar nicht mehr halten ……….)

      <>

  2. sam.boskop sagt:

    der stresstest sagt nur, daß der normalbetrieb mit 49 zügen für alle beteiligten zum stress führt.

    schwanhäußer und engelhardt haben recht, 32 züge in der spitzenstunde gehen, alles andere ist murks und auch nicht erwünscht.

  3. Phil sagt:

    Das tolle am Internet ist, dass hier jeder zu allem seine Meinung kundtun kann. Ob Fachmann oder nicht.
    Welche Kompetenz besitzen Sie, Herr oder Frau Walli, dass Sie meinen, die korrekte Definition für einen Stresstest einer Bahninfrastruktur vorgeben zu können?
    Die Anforderungen an der sogenannten Stresstest von S21 wurden von Fachleuten im Lenkungkreis Stresstest abgestimmt. Der Prozess wurde von SMA mitgetragen.
    Meines Erachtens sind die Spezialisten an Bord und wir sollten das Ergebnis abwarten und auch wenn’s schwerfällt akzeptieren.
    Wenn ich in einFlugzeug steige verlasse ich mich auch darauf, dass der Pilot fliegen kann und behaupte nicht, es selber besser zu können.

  4. ces sagt:

    Ach ja der Test heisst natürlich – Ich mache mir die Welt, widde, widde, wie sie mir gefällt! 🙂

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