Presseerklärung der Ingenieure22: S21-Ausstiegskosten etwa 300 Mio. EUR

Ingenieure ermitteln die tatsächlichen Kosten für S21-Ende

Stuttgart, 21. Oktober 2011: Die „Ausstiegskosten“ aus dem Projekt
Stuttgart 21 als von der Bahn bisher aufgewendeter Baukosten betragen nach seriöser Einschätzung der Ingenieure22 lediglich knapp 300 Mio. EUR.

Zu diesem Ergebnis kommt Hans Heydemann von den Ingenieuren22, der mit seinem Ingenieurbüro jahrzehntelang öffentliche Planungsaufträge bearbeitet hat. Die knapp 300 Mio. EUR. setzten sich zusammen aus aufgelaufenen Planungskosten, Kosten für bereits ausgeführte Arbeiten (Gleisvorfeld, Nordflügelabriss, Baumfällungen, Grundwassermanagement, u.a.m.) sowie Kosten, die aus den vergebenen Aufträgen entstehen. Auf Nachfrage hat Bahnchef Grube den Ingenieuren22 die von ihm genannten wesentlich höheren Ausstiegskosten aufgeschlüsselt. Diese enthalten große Posten  die mit den Baukosten für Stuttgart 21 und dem „Ausstieg“ gar nichts zu tun haben, z.B. Planungskosten für die Strecke Wendlingen – Ulm. Ohne diese Fremdposten kommt auch Bahnchef Grube nur auf 427 Mio. EUR.

„Der Ausstieg aus Stuttgart 21 ist sowohl technisch als auch finanziell dringend geboten, auch wenn die Bahn dadurch ungünstigstenfalls 300 Mio. EUR. verliert“, sagt Hans Heydemann von den Ingenieuren22 für den Kopfbahnhof. „Mit Stuttgart 21 würde man viele Milliarden in den Sand setzen, für ein Projekt, das uns nur Nachteile bringt: Der neue Bahnhof könnte weniger leisten als der Kopfbahnhof, wie er heute ist. Die hohen Beträge, die Bahnchef Rüdiger Grube und andere für den „Ausstieg“ gerne nennen, sind nicht seriös. Sie haben mit  den aufgewendeten Baukosten für S21 nichts zu tun!  Indem Herr Grube die Rückabwicklung des Gleisgeländekaufes samt aufgelaufener Zinsen und auch die Planungskosten für die Neubaustrecke als „Ausstiegskosten“ für den Tiefbahnhof umdeklariert versucht er, die Menschen im Land hinters Licht zu führen und den eigenen Gewinn zu maximieren.“

(Tabelle als screen shot, weil übersichtlicher)

Das Gleisfeld wurde bereits 2001 von der Stadt Stuttgart gekauft – ohne jede Gegenleistung.  Sobald S21 gestoppt ist, ist die Bahn vertraglich verpflichtet, das Gleisvorfeld von der Stadt zurückzukaufen; die Stadt bekommt also 459 Mio. EUR zuzüglich Zinsen zurück.

Die wirklichen Ausstiegskosten aus Stuttgart 21 (PDF-Datei, 58 kB)

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6 Kommentare zu Presseerklärung der Ingenieure22: S21-Ausstiegskosten etwa 300 Mio. EUR

  1. Peter - es gibt nur den einen! sagt:

    Was mich auch bei uns S(chwachsinn)21-Ablehnern immer noch irritiert: Wieso glauben so viele, dass es bei dem vermeintlichen Projekt darum ginge einen neuen Bahnhof und, weil sonst gar nicht erst behauptbar, neuer Schienenstrecke (nach Ulm) gehen würde?

    Der einzige und ausschließliche Zweck des sog. Projektes ist, Gelder aus den Budgets für Schienenverkehr in so einer Höhe abzuschöpfen – vulgo: verbraten, verschwenden, schlussendlich: vernichten – dass nach Beendigung der antidemokratischen Verschwendungs-Orgie für lange Zeit garantiert keine (womöglich sogar sinnvollen) Investitionen in und für den Schienenverkehr mehr möglich sind.
    Egal wie es (technisch) ausgeht, entstünden dann (weiterhin) die eigentlich beabsichtigten Profite im Straßenverkehr. Genau dieser Effekt würde sogar noch viel größer, wenn das Geld (wohl 10 Milliarden allein in Stuttgart und auf den Fildern) zwar in der Grube versenkt, aber technisch leider, leider nicht zum behaupteten Erfolg/Ziel führen würden (z.B. Fernsehturm kippt wegen quellendem Gipskeuper um), weil dann zwar das Geld vergrubt wurde, aber in Stuttgart kein funktionierender Bahnhof und damit kein funktionierender Schienenverkehr mehr existieren und alle bisherigen Nutzer des Schienenverkehrs auf die Straße gezwungen würden.

    Und wenn Grube jetzt schon Milliarden für den Ausstieg aus dem sog. Projekt spricht, dann aus genau dem gleichen Grund/Zweck: soviel Geld wie irgend möglich unsinnig und nur vermeintlich für die Schiene zu vergruben, damit hinterher kein Geld mehr für sinnvolle Schienen-Investitionen mehr da ist bzw. keiner mehr Lust hat die Summen zu stemmen.

    Diesen eigentlich Zweck ihres verbrecherischen Handelns haben – bis auf Ludewig – alle sog. Bahnchefs (die ja nicht zufällig alle drei von Daimler bzw. diesem sog. Konzern angeschlossenen Unternehmen zur Umsetzung dieser Geldverschwendung in die Bahn AG infiltriert wurden) mit aller Häme, man könnte mit einigem Recht auch sagen: mit krimineller Energie soweit getrieben, dass der Grubenmeister jetzt in der Presse unwidersprochen von Milliarden Ausstiegskosten salbadern kann und damit sogar ohne auch nur einmal den Spaten für die Investitions-Grube ins Stuttgarter Herz gestoßen zu haben, den eigentlichen Zweck des sog. Projektes als Sesselfurzer [feststehender Begriff aus der Arbeitswelt!] zu erreichen meint.

    Aber warum lassen sich noch immer so viele Grube21-Gegner überhaupt darauf ein und unterstellen damit der Bahn bzw. genauer: den Daimler-Saboteuren zunächst einmal die vermeintlich gute Absicht, sie wollten etwas Gutes für den Schienenverkehr tun? Die Bahnchefs der letzten 20 Jahre sind – bis auf Ludewig – Saboteure des Schienenverkehrs, bzw. genauer: Teroristen des Schienen- und damit des öffentlichen Verkehrs. Damit sind sie schlussendlich Terroristen gegen die Öffentlichkeit selbst. Mit solchen Terroristen spricht man nicht, und wenn sie was von sich geben (englisch: to vomit), wird das bestenfalls vor Gericht gegen sie verwendet.

  2. Georg Viehstaedt sagt:

    Ich glaube ihr macht den Fehler die 300 Mio als Tatsache und letzes Wort hinzustellen. Auch 300 Mio sind für mich und die ganz normalen Bürger ein Haufen Holz. Ich würde die verlorenen Kosten immer im Zusammenhang mit den gesparten Aufwendungen für die vermutliche Fertigstellung publizierten. Weil dann kann man sich ein Gesamtbild machen.
    Zu den angelaufenen Planungskosten würde ich einmal die Kosten gem. HOAI und bisher angelaufenen Planungsstufen ansetzen. Vor Gericht werden sicherlich diese kosten angesetzt.
    Warum eigentlich die umarbeiten im jetzigen Gleisvorfeld als Schadensersatz ansetzten? Diese arbeiten sind doch nicht verloren und kommen dem Bahnhof doch in Zukunft zugute! Wem ist da ein Schaden entstanden?
    Um Schadensersatz geht es doch und nicht um irgendwelche Vertragsstrafen.
    Deswegen sind die planungskosten gem. HOAI, die angefangenen arbeiten am GWM, die Abrissarbeiten am Nordflügel, die Baumversetzungsarbeiten und Schadensersatz für vergebene arbeiten, anzusetzen. Die Baumfällarbeiten waren illegal.

  3. HINRICH WITT sagt:

    Wo kann ich den Anhang für die wirklichen Ausstiegskosten aufrufen?
    MfG Hinrich Witt

  4. Ich, nicht Du sagt:

    Tja, nur solange es nicht entsprechend professionell verbreitet wird wie die entsprechende Meldung der Befürworter, wird diese Meldung auch nur begrenzte Resonanz erfahren.

    Professionalisiert Euch!

    http://www.presseportal.de/pm/103157/2135500/stuttgart-21-wirtschaftspruefer-beziffern-ausstiegskosten-auf-1-5-milliarden-euro-mit-bild/t

    • Petra sagt:

      Interessant, diese Behauptung wurde von ProStuttgart21 e.V. in den freien, aber nicht kostenlosen, Presseportal gepustet… S21-Befürworter können einfach nicht rechnen, die sollten sich dringend für mehr Schulbildung einsetzen.

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