Wichtige Termine und Infos

Mo., 14.10., 18 Uhr: Die 485. Montagsdemo auf dem Schlossplatz in Stuttgart

Mo., 21.10., 18 Uhr: Die 486. Montagsdemo auf dem Schlossplatz in Stuttgart

Mo., 28.10., 18 Uhr: Die 487. Montagsdemo auf dem Schlossplatz in Stuttgart


'Die Anstalt' zu S21 und zum Zustand der Bahn:
ganze Sendung / Beitrag speziell zu S21

Campact-Petition: Stuttgart 21? – Bessere Bahn durch "Umstieg 21"!

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Die 485. Montagsdemo am 14.10.2019

Die 485. Montagsdemo findet am 14.Oktober 2019 ab 18 Uhr auf dem Schlossplatz in Stuttgart statt. Ab 18.40 Uhr beginnt der Demozug, ausgehend vom Schlossplatz, über die Königstraße (rechte Seite der Baumallee) in Richtung Arnulf-Klett-Passage, nach links auf den Gehwegbereich vor der Mahnwache, dort endet die Demonstration mit dem Schwabenstreich.

Redner:

  • Sidar Carman, DIDF (Föderation Demokratischer Arbeitervereine e.V.) Stuttgart; "Erdogans Aggression gegen Kurden in Nordsyrien"
  • Steffen Siegel, Schutzgemeinschaft Filder; "Und ewig wächst das Filderchaos - Altes und Neues aus dem Tollhaus vor Stuttgarts Toren!"

Motto: Wir lassen nicht locker!
Musik:
„Kate’n’ Crazy“, Gitarre, Kontrabaß und Gesang
Moderation:
Michael Kaufmann, Badener gegen S21

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Video: 10 Jahre Montagsdemo gegen S21 – die Revue zum Protest

Ihr kriegt uns nicht los – wir euch schon! 10 Jahre Montagsdemos gegen Stuttgart 21. Die Revue zum Protest. Mit Max Uthoff, Christine Prayon, Uta Köbernick, Timo Brunke, Joe Bauer, Foaie Verde. Am 8.10.2019, im Theaterhaus Stuttgart vor ausverkauftem Saal.

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https://www.youtube.com/watch?v=Tz8ozVOuWSs&rel=0

Video: Michael Köstler

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Video: „Abgefahren“ – Buchvorstellung mit Windried Wolf und Volker Lösch

Zehn Jahre Montagsdemo gegen S21 – anlässlich des runden Geburstags stellte Winfried Wolf im Gespräch mit Volker Lösch sein neues Buch vor: Abgefahren – waurm wir eine neue Bahnpolitik brauchen. Am 7. Oktober 2019, im Stuttgarter Rathaus, Großer Saal.

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https://www.youtube.com/watch?v=vUwJaQREnZ0&rel=0

Video: Michael Köstler

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Rede von Volker Lösch, Theaterregisseur, auf der 484. Montagsdemo am 7.10.2019

Vier gewinnt

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter, 10 Jahre ist her, dass sich ein mutiges Vierergespann, ein renitentes Viererbündnis, eine protestierende Viererbande zum ersten Mal vor dem Bahnhof gegen ‚Stuttgart 21‘ versammelt hat. Helga Stöhr-Strauch, Barbara Drescher, Ulrich Stübler und ein Unbekannter – ihr seid die VIER FÜR STUTTGART, die VIER VON DER BAUSTELLE, ihr seid die PHANTASTISCHEN VIER! Und VIER GEWINNT, liebe Freundinnen und Freunde, wir werden gewinnen, und wir haben seit zehn Jahren den schönsten Begriff dafür – wir werden OBEN BLEIBEN!

10 Jahre „Oben bleiben“. Ich bin bei der ungefähr 30. Montagsdemo eingestiegen, und in jeder meiner Reden habe ich den Glauben daran formuliert, dass wir oben bleiben werden. Und auch heute, nachdem unsere Bewegung mehr als hundertausend Menschen in diesen 10 Jahren gegen ‚S21‘ auf die Straße gebracht hat, nachdem wir zu einer der größten und längsten Protestbewegungen in Deutschland gewachsen und international bekannt, maßgeblicher Teil der Protest-Geschichte dieses Landes geworden sind, bin ich immer noch fest davon überzeugt, dass wir oben bleiben werden. Der sogenannte Baufortschritt beeindruckt mich genauso wenig wie die Durchhalteparolen der Projektbetreiber. Denn als ehemaliger Seemann kenne ich die Geschichte der angeblich unsinkbaren ‚Titanic‘. Oder die der angeblich unzerstörbaren ‚Bismarck‘. Oder die Geschichte der majestätischen ‚Wasa‘.

Museums-Projekte

Die ‚Wasa‘ war eine schwedische Galeone, eines der größten und am stärksten bewaffneten Kriegsschiffe des 17. Jahrhunderts. Während des Baus ließ man die Stabilität des Schiffes testen – ein maritimer Stresstest sozusagen. 30 Mann der Besatzung rannten von einer Seite zur anderen. Das Schiff schwankte dabei so sehr, dass man den Versuch abbrach. Aber man baute es trotzdem. Bei ihrer Jungfernfahrt sank die „Wasa“ nach nur 1000 Metern wegen schwerwiegender konstruktiver Instabilität. Heute kann man das Schiff in Stockholm im Museum besichtigen.

Und genauso wird es dem angeblich unumkehrbaren Stuttgart 21 ergehen. Ob halb, dreiviertel oder zu Ende gebaut: dieses klimaschädliche, korrupte, größenwahnsinnige, für die Allgemeinheit radikal sinnlose, dieses vollkommen aus der Zeit gefallene Betonmonster, diese Geldmaschine für die Bau- und Immobilienlobby, wird aus tausendfach benannten, hinreichend bewiesenen und durch Fakten untermauerten Gründen spätestens bei dem Versuch der Inbetriebnahme scheitern. Und wie die ‚Wasa‘ wird ‚Stuttgart 21‘ im Museum enden: in der Abteilung „fehlgeplante und gescheiterte deutsche Großprojekte“ mit dem Zusatz „dümmstes Bau- und Immobilienprojekt der Moderne“ und der langen Unterzeile „von Ignoranten geplant, Kriminellen durchgesetzt, von Idioten unkritisch begleitet, gegen den anhaltenden Widerstand der Bevölkerung gebaut und bei Inbetriebnahme mit Ansage gescheitert“. Stuttgart 21 wird für Generationen nach uns Mahnmal dafür sein, dass sich überdimensionierte Unvernunft, unterirdischer Sachverstand, unstillbare Geldgier, unprofessionelle Politik und der brutale Wille zu Stadt- und Umweltzerstörung in dieser Dimension niemals wiederholen dürfen! weiterlesen

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Fridays for Future, die verantwortungslose Politik in Land und Stadt und das dröhnende Schweigen zu Stuttgart 21

Rede von Dr. Winfried Wolf, Verkehrsexperte, Journalist und Herausgeber von 'LunaPark21', auf der 484. Montagsdemo am 7.10.2019

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident! Hallo Kretsch!

Ursprünglich gingen Sie ja mit der Bewegung „Fridays for Future“ hart ins Gericht. Da sagten Sie doch im April, einmal die Schule schwänzen, das sei „ziviler Ungehorsam“. Diese Freitags-Demos dürften „nicht ewig so weitergehen.“ Wer die Regeln verletze, der müsse „mit Sanktionen rechnen. Und wenn man sanktioniert wird, dann darf man nicht jammern. […] Sonst sucht sich zum Schluss jeder sein Thema aus, dass er dann irgendwie moralisch auflädt – und das geht nicht.“

Das ist eine interessante Interpretation der Klimaproteste: alle sind sie „irgendwie moralisch aufgeladen“. Und dann, Herr Ministerpräsident, ließen Sie auch sanktionieren. Es war ihre Kultusministerin Eisenmann, die die Freitagsdemos untersagen ließ. Ganz altväterlich-besserwisserisch kommentierten Sie: Man müsse den Jugendlichen „schon ein bisschen Demokratie beibringen. […] Eine aufgebrachte Jugendbewegung kann nicht alle Regeln außer Kraft setzen.“

Doch damit kamen Sie und Ihr Kabinett nicht durch. „Der Käs“ war damit gar nicht „gesse“; vielmehr gingen die Freitagsdemos weiter. Und sie finden erfreulicherweise bis heute statt. Das ist zwar nicht „ewig“, aber nun doch bereits ein Dreivierteljahr – mit dem wunderbaren Höhepunkt am 20. September, als allein in Stuttgart mehr als 20.000 Menschen auf der Straße waren.

Doch zurück zu Ihrem ursprünglichen autoritären Umgang mit den „Fridays“: Irgendwann im Frühsommer muss jemand aus Ihrer Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit gesagt haben: Keine Sanktionen! Keine Kritik! Man muss die jungen Leute UMGARNEN, UMHEGEN und UMARMEN! Und dabei müsse man nochmals so richtig in den Farbtopf greifen und einen auf sowas von „grün“ machen. In Ihren eigenen gedrechselten Worten: „Dass wir jetzt mit den Fridays for Future als Grüne nicht die größten Probleme haben, das ergibt sich ja aus dem Thema.“ weiterlesen

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Das Video der 484. Montagsdemonstration gegen Stuttgart 21 am 07.10.2019

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https://www.youtube.com/watch?v=y0HJFVT9ltA&feature=youtu.be

Danke, Eberhard!

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Video: Pressekonferenz zu 10 Jahre Montagsdemo gegen S21

Seit zehn Jahren demonstrieren viele Stuttgarter Bürger gegen das Milliardengrab Stuttgart 21 – Anlass genug, auf diesen langen Zeitraum zurück zu blicken und auch Perspektiven des unermüdlichen Widerstands für die Zukunft aufzuzeigen. Hierzu hatten Die FrAKTION, das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 und die Parkschützer zu einer Pressekonferenz ins Stuttgarter Rathaus eingeladen. Von den verschiedenen Statements gibt es nun hier ein Videozusammenschnitt.

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https://www.youtube.com/watch?v=42sbrwRHKzk

Quelle: Video-Kanal "Die FrAKTION"

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Volker Löschs Bürgerchor braucht Mitwirkende!

Für die ausverkaufte Veranstaltung „Zehn Jahre Montags-
demos gegen Stuttgart 21. Die Revue zum Protest“ am Dienstag 08.10. im Theaterhaus brauchen wir noch Mitwirkende in Volker Löschs Bürgerchor!

Du kannst am Dienstag, 08.10., um 17:45 Uhr im TH sein, hast Karten für die Veranstaltung und/oder möchtest gerne Teil der Veranstaltung sein? Komm heute, am Sonntag dem 6.10., um 17 Uhr zur Probe ins Foyer am Haupteingang des Theaterhauses. Volker Lösch und wir freuen uns auf Dich!

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Die 484. Montagsdemo am 07.10.2019

Die 484. Montagsdemo findet am 07.Oktober 2019 ab 18 Uhr auf der Schillerstraße vor dem Hauptbahnhof in Stuttgart statt. Ab 18.40 Uhr beginnt der Demozug, ausgehend von der Schillerstraße, über den Fußgängerüberweg in die Königstraße (rechte Seite der Baumallee), links in die Bolzstraße, rechts über den Schlossplatz vorbei am Neuen Schloss, weiter über den Schlossplatz, nach rechts in Richtung Wendehammer, links auf den Schillerplatz, weiter in die Kirchstraße, weiter auf den Marktplatz; dort endet die Demonstration mit dem Schwabenstreich

Redner:

  • Dr. Winfried Wolf, Verkehrsexperte, Journalist und Herausgeber von 'LunaPark21'
  • Volker Lösch, Theaterregisseur

Motto: Wir lassen nicht locker!
Musik:
Bernd Köhler & Joachim Romeis; Gitarre, Geige und Gesang
Moderation:
Dr. Angelika Linckh, Parkschützerin

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Faule Kompromisse zu Lasten von Verkehrswende und Klima

Pressemitteilung des Aktionsbündnisses gegen S21 vom 2.10.2019

Zu den nicht öffentlichen Gesprächen der Projektpartner über die Leistungsfähigkeit von S21

Faule Kompromisse zu Lasten von Verkehrswende und Klima

Die ersten Informationen aus den nicht öffentlich geführten Gesprächen zwischen Stadt, Region, Land und DB zur Leistungsfähigkeit von S21 lassen Fatales erwarten. Offensichtlich sind die Projektpartner fest entschlossen, ihren langjährigen Weg des Tricksens und Täuschens fortzusetzen. Unter dem Label „Vorsorgemaßnahmen für zukünftige Entwicklungen“ wird an der abenteuerlichen Idee weiter gestrickt, das hochleistungsfähige Gleisvorfeld abzureißen und unter dem viel zu klein geplanten Tiefbahnhof mit weiterem Milliardenaufwand eine Art unterirdischen Kopfbahnhof dazu zu bauen. „Einen verantwortungslosen Schwabenstreich“ nennt das Bündnissprecher Martin Poguntke. Dass sich auch die in Stadt und Land maßgeblichen Grünen zum Fürsprecher einer Lösung machen, die in dieser Zeit einer drohenden Klimakatastrophe weiteren massiven Betoneinsatz und damit weitere Tausende Tonnen unnötiger CO2-Emissionen mit sich bringt, diskreditiert sie als Klimaschutzpartei.

Eine manipulative Begriffsumdeutung sieht Poguntke in der Ankündigung, man bekenne sich zum „Deutschlandtakt“, der dann aber lediglich eine Vertaktung der Fernzüge meint, während die Regionalzüge in die Lücken gequetscht werden. „Deutschlandtakt heißt aber Integraler Taktfahrplan, und sein Sinn ist die Vertaktung aller(!) Verkehre nach dem in der Schweiz erfolgreichen Modell“. Nur so lassen sich lange Umsteigezeiten vermeiden, nur so lässt sich Bahnfahren attraktiver machen und das Ziel einer Verdopplung der Fahrgastzahlen erreichen. Dass die Bahn bei Stuttgart 21 nur für den Fernverkehr attraktive Verbindungen umsetzen kann, ist das Eingeständnis, dass der Tiefbahnhof schon für den heutigen Verkehr viel zu klein dimensioniert ist. Der geplante Ausbau der Zuläufe ist erst dann eine sinnvolle Lösung, wenn der Bahnhof die zusätzlich möglichen Verbindungen aufnehmen kann, was bei S21 ausgeschlossen ist.

Das Aktionsbündnis fordert Stadt und Land auf, sich endlich an der Fachwissenschaft zu orientieren, indem sie sich der öffentlichen Diskussion über die Leistungsfähigkeit von S21 stellen und dazu bahnunabhängige Expert*innen aus dem In- und Ausland hören, deren vernichtendes Urteil über die Kapazität von S21 allerdings längst bekannt ist. Einzubeziehen wäre auch der Gutachter der Stadt Leinfelden-Echterdingen, der in einer Expertise kein gutes Haar an den Planungen der DB auf der Fildertrasse gelassen hatte. Das Scheitern der Fildertrasse rückt damit immer näher. Unverzichtbar wird damit die Führung der Gäubahn via Panoramatrasse in den Kopfbahnhof – und nicht nur zum Nordbahnhof. „Was will ein Züricher an einem Haltepunkt Nordbahnhof?“ so Steffen Siegel von der Schutzgemeinschaft Filder.

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Eine Rede aus Sicherheitsgründen

Rede von Dieter Reicherter, Vorsitzender Richter am Landgericht a.D., auf der 483. Montagsdemo am 30.9.2019

Liebe Freundinnen und Freunde,

heute rede ich zu Euch aus Sicherheitsgründen. Wer sich jetzt wundert, der kennt noch nicht die Aktion von Digitalcourage. Weil die derzeitigen Verschärfungen der Polizeigesetze stets mit Sicherheitsgründen erklärt werden, kam die Bürgerrechtsorganisation auf die Idee, aus Protest diese Formulierung einfach total unsinnig zu gebrauchen. Auf der Internetseite kann man die besten Ideen nachlesen. Dazu gehört zum Beispiel der Satz: „Aus Sicherheitsgründen sind Torten an der Garderobe abzugeben“. Also genauso unnötig, wie es die meisten Verschärfungen der Polizeigesetze sind. Neuerdings wird übrigens wieder eine Vorratsdatenspeicherung geplant.

Und jetzt wisst Ihr schon mal, weshalb ich aus Sicherheitsgründen rede. Und Ihr müsst stark sein und diese Formulierung jetzt laufend ertragen. Denn aus Sicherheitsgründen hat die damalige Landesregierung von CDU und FDP am 30.9.2010 den Schlossgarten räumen und friedlich Demonstrierende verprügeln, mit Pfefferspray blenden und mit Wasserwerfern schwer verletzen lassen. Aus Sicherheitsgründen wurden aus harmlosen Kastanien schwere Pflastersteine als Begründung für brachiale Polizeigewalt, die unserem Dietrich Wagner das Augenlicht raubte. Aus Sicherheitsgründen hat ein uns allen wohl bekannter Polizeibeamter, Spitzname Prügelglatze, vorbeugend zugeschlagen, weil er dachte, er werde demnächst angegriffen. Aus Sicherheitsgründen wurde der Polizeieinsatz am Tag vorher auf eine Uhrzeit vorverlegt, zu der Kinder und Jugendliche im Park sein würden. Aus Sicherheitsgründen mischte sich Stefan Mappus bei dieser Besprechung in seinem Staatsministerium nicht ein. Aus Sicherheitsgründen hat seine Regierung trotz Baumfällungsverbots die unter Schutz stehenden, alten ehrwürdigen Bäume fällen und schreddern lassen. Und aus Sicherheitsgründen hat man mit staatlicher Gewalt vielen Menschen ein für alle Mal das Protestieren ausgetrieben.

Übrigens soll es Polizeigewalt aus Sicherheitsgründen immer noch geben, wie gerade ein Forschungsprojekt der Universität Bochum zutage gebracht hat. Man geht von 12.000 Fällen polizeilicher Gewalt im Jahr aus. Dem stehen aber nur 50 Fälle gegenüber, die überhaupt vor ein Gericht gebracht werden. Die meisten Fälle werden schon gar nicht angezeigt, fast alle angezeigten Verfahren von den Staatsanwaltschaften eingestellt. Einer von uns behauptet sogar, aus Sicherheitsgründen habe eine Polizeibeamtin frei erfunden, dass er ihr bei einem Einsatz während einer Demo Pfefferspray habe entwenden wollen. Nicht erfunden sei jedenfalls, dass sie ihn in den Bauch geschlagen habe. Das Verfahren gegen die Polizistin wurde mit der Begründung eingestellt, es stehe Aussage gegen Aussage, gegen unseren Mitstreiter aber läuft trotzdem noch ein Verfahren wegen versuchten Diebstahls. weiterlesen

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Eine Rede gegen das Vergessen

Rede von Guntrun Müller-Enßlin, TheologInnen gegen Stuttgart 21, auf der 483. Montagsdemo am 30.9.2019

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter, liebe Freundinnen und Freunde,

es gibt Tage, die vergisst man nie!

Bis zum Jahr 2010 war der 30. September für mich ein Tag wie jeder andere. Ein Sommer zwischen Hoffen und Bangen, zwischen Höhenflügen und Momenten tiefer Tragik lag hinter uns. Viele Gründe, gegen S21 zu sein, lagen auf dem Tisch, aber der Park war der Nerv, an dem unsere Bewegung stets am empfindlichsten reagiert hat; hier schlugen die Wogen der Emotionen am höchsten.

Ich weiß, wovon ich rede: Mein eigenes Engagement begann in jenem Moment, als ich erfuhr, dass für das neue Herz Europas 300 alte Schlossgartenbäume fallen müssten. Mir war sofort klar: Ein Projekt, für das so viel Schönes, Nützliches, in Jahrhunderten Gewachsenes zerstört werden muss, kann nicht gut sein. Es bedarf übrigens keiner großen Intelligenz, um zu dieser Erkenntnis zu gelangen; wie dumm muss demnach ein größerer Teil der Bevölkerung sein, wenn er dazu offenbar nicht fähig ist!

In jenem Herbst hing die drohende Rodung des Schlossgartens über uns wie ein Damoklesschwert. X-mal haben wir uns darauf vorbereitet, haben nächtelang im Park ausgeharrt, patroullierend oder schlafend unter den alten Schlossgartenbäumen. Als es dann aber so weit war, war es nicht Nacht, sondern heller Tag. Ausgerechnet den Morgen einer schon länger angesagten Schülerdemo gegen S21 hatten sich die Entscheidungsträger ausgesucht, um mit schwerem Geschütz, mit Wasserwerfern und Kettensägen, bewaffnet bis an die Zähne, im Park aufzufahren, diesen abzuriegeln und an ihr zerstörerisches Werk zu gehen. Wer in den Schlossgarten geeilt war, um die Jugendlichen zu unterstützen, die sich vor die Absperrzäune gesetzt hatten, fand sich in einem Albtraum wieder. Gnadenlos nahm der Wasserwerfer alles ins Visier, was und wer sich ihm in den Weg stellte, Rentner, Schülerinnen, Mütter mit Kindern. Menschen wurden blind geschossen, Dutzende vom brachialen Strahl des Wasserwerfers umgehauen und verletzt, Hunderte mit Reizgas traktiert. weiterlesen

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