Medienberichte 17.03.

Stuttgarter Nachrichten: Künstlerkolonie zieht in Container um
SchwaBo: Grube: Gäubahnausbau kommt bald
Deutscher Bundestag: Stresstest für Stuttgart 21
SüdwestPresse: Metzingen: "Ich kämpfe gegen die Ignoranz der Politik"
meister tipp: "Stuttgart 21" mit explodierenden Baukosten zusätzlich in der Kritik
SchwaBo: Leonberg: Aktion zu Stuttgart 21
Südkurier: Triberg: Stuttgart 21-Film mit Diskussion

Dieser Beitrag wurde unter Presseberichte abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

1 Antwort zu Medienberichte 17.03.

  1. Loup de corridor sagt:

    nachfolgender Artikel stand am Mo.14.3. in der Nürtinger Zeitung:Auch Nürtingen ist von Stuttgart 21 betroffen

    Kritischer Vortrag vom ehemaligen Vorsteher des Stuttgarter Hauptbahnhofs, Egon Hopfenzitz

    Am vergangenen Freitagabend lud das Aktionsbündnis „Nürtinger für K21“ in den Panoramasaal der Stadthalle K3N ein. Das Vortragsthema des ehemaligen Stuttgarter Bahnhofschefs Egon Hopfenzitz lautete: „Stuttgart 21 – Immobilienprojekt oder Bahnprojekt?“.

    VON PATRICK TOSOLINI

    NÜRTINGEN. Knapp 150 Anhänger der Initiative „Nürtinger gegen Stuttgart 21“ fanden sich am Freitagabend in der Stadthalle ein, um einen echten Experten in Bezug auf das Bauvorhaben Stuttgart 21 zu hören. Egon Hopfenzitz war von 1981 bis 1994 Leiter des Stuttgarter Hauptbahnhofs und an der Schlichtung auf der Seite der Projektgegner beteiligt. Thema seines Lichtbildvortrags war „Stuttgart 21 – Immobilienprojekt oder Bahnprojekt?“. Hopfenzitz begann seinen Vortrag mit der Geschichte von Stuttgart 21. Am 18. April 1994 sei das Projekt offiziell vorgestellt worden. „Heinz Dürr wurde in diesem Jahr als erster Nichteisenbahner in den Bahnvorstand gewählt und wollte große Bahnhöfe unter die Erde legen, damit die Fläche oberhalb der Gleisanlagen verkauft werden konnten“, erinnerte Hopfenzitz. Insgesamt 22 Städte sollten sogenannte „21-Projekte“ werden. „Das Dumme ist, dass nur wir Stuttgarter es auch wirklich realisieren“, sagte der Ex-Bahnhofsschef. Weiter erklärte der 1929 in Schwäbisch Gmünd geborene Eisenbahner, dass der umstrittenen Bau von Stuttgart 21 mit einem Bahnhofsprojekt rein gar nichts zu tun habe. „Einen Bahnhof verändert man nur dann, wenn man ihn verbessern will“, so Hopfenzitz. Und das sei beim Stuttgarter Bahnhof nicht der Fall. „Eine Leistungssteigerung ist auch ohne S21 möglich“, sagte er. Während im Hauptbahnhof im Jahre 1969 täglich knapp 800 Züge verkehrten, so wären es im vergangenen Jahr nur 650 gewesen. „Der Stuttgarter Bahnhof hat – so wie er jetzt ist – noch freie Kapazitäten“, so der Eisenbahner.
    Durch Verringerung auf acht Gleise entsteht Chaos

    Durch die Verringerung der Gleisanzahl von derzeit 17 auf acht würde zudem in Kauf genommen, dass auf den Bahnsteigen ein „Chaos“ entstehe. „Dazu kommt, dass man an einigen Stellen gerade einmal 60 Zentimeter Platz hat“, sagte Hopfenzitz.

    Und auch Nürtingen sei von S21 betroffen, erklärte er: „Nehmen wir an, Sie fahren morgens in der Hauptverkehrszeit mit einem Regionalzug aus Nürtingen nach Stuttgart. Während der ICE nach München derzeit etwa vier Minuten auf Einsteigende wartet, werden das in Zukunft gerade einmal zwei Minuten sein.“ Alle anderen Züge würden in Zukunft nur eine Minute halten.

    Auch Regionalzüge in Richtung Tübingen, die ja in Nürtingen Halt machten, könnten aufgrund der neuen Architektur eines Durchgangsbahnhofs in Stuttgart nicht mehr früher bereitgestellt werden. „Kein Zug kann in diesem Tiefbahnhof länger als ein paar Minuten stehen, da er sonst eins der acht Gleise blockiert“, sagte Hopfenzitz. Momentan würden Regionalzüge eine Viertelstunde vor ihrer Abfahrt bereitgestellt, um es den Passagieren zu ermöglichen, in Ruhe einzusteigen. Hopfenzitz erklärte, dass die Verkürzung der Standzeiten ein Mittel sei, um die Leistungssteigerung bei gleichzeitiger Reduzierung von Gleisen realisieren zu können.
    K21 ist die bessere Möglichkeit den Bahnhof zu modernisieren

    Er behauptete zudem, dass mit dem Bau der Wendlinger Kurve und ihrer eingleisigen Einfädelung in die Schnellbahntrasse zudem neue Probleme für den Regionalverkehr entstehen. Eine sichere, pünktliche Anbindung an den Stuttgarter Hauptbahnhof sei mit S21 nicht gewährleistet. Die aus Richtung München kommenden Schnellzüge hätten ebenso wie die vom Flughafen in Richtung Ulm fahrenden Züge Vorrang. Würde nun ein Regionalzug in der Wendlinger Kurve Richtung Hauptbahnhof fahren, so müsste dieser warten, bis die ICE-Züge aus beide Richtungen durchgefahren sind. „Das kann im Extremfall bis zu 20 Minuten Wartezeit bedeuten“, sagte Egon Hopfenzitz. Für ihn ist klar, dass das Bauprojekt K21, der verbesserte Kopfbahnhof, die bessere Möglichkeit sei, den Hauptbahnhof zu modernisieren. „Aber das, was nun am Bahnhof und am Flughafen gebaut wird, ist in meinen Augen ein totaler Murks“. Im Anschluss an den Vortrag gab es noch eine Fragerunde mit Diskussion. Diese fiel aber etwas kürzer als geplant aus, denn der ehemalige Bahnhofsvorsteher musste pünktlich am Nürtinger Bahnhof sein. „Ich muss meinen Zug kriegen“, so Hopfenzitz.

Kommentare sind geschlossen.