Kommentar zur repräsentativen S21-Befragung des sog. „Kommunikationsbüros“

Lesenswert! Auf http://zwuckelmann.posterous.com findet sich ein interessanter Kommentar zur Meinungsumfrage des "Kommunikationsbüros" zu S21:

"Als seriöser Marktforscher, der ich tagtäglich mit Kundenbefragungen zu tun habe, kann ich mich nur wundern, wie das Leipziger Institut für Marktforschung eine derart unseriöse Auftragsforschung übernehmen konnte wie die des sogenannten Kommunikationsbüros, die gestern in den Medien veröffentlicht wurde und den Eindruck erweckt, als ob die Mehrheit der Bevölkerung auch in Stuttgart klar für S21 sei. Natürlich ist die Stuttgarter Presse gleich darauf angesprungen und plappert - erneut vollkommen kritiklos - die veröffentlichte Pressemitteilung der Bahn nach ..."

Interessant ist auch das zeitliche Umfeld, in der die Umfrage stattfand:

- am 20.6 wurde das GWM besetzt
- am 21.6 war der Tag der Medienhetze
- vom 22.6.-27.6 war die Umfrage ...

Einen besseren Zeitpunkt hätte man sich da gar nicht aussuchen können, um eine Mehrheit für S21 zu finden - denn alle die, die das eigentlich nicht interessiert, waren nach der "Esklalation" natürlich erstmal nicht für den Protest. Bestimmt werden viele der da Befragten nach der nächsten Schlagzeile (z.B. der gestrigen "Bahn hat Kosten geschönt") wieder anders abstimmen

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11 Kommentare zu Kommentar zur repräsentativen S21-Befragung des sog. „Kommunikationsbüros“

  1. Soziologe sagt:

    Interessanter Artikel, verwundert mich ehrlichgesagt nicht. Ich habe selbst Soziologie mit dem Schwerpunkt empirische Sozialforschung studiert und kann dem Autor hier nur zustimmen: Die Fragen an sich sind tendenziös und suggestiv und auch die Reihenfolge der ist alles andere als Optimal um ein objektives Ergebniss zu bekommen, vorallem wenn wie hier bei vielen Fragen in einem Halbsatz noch Aussagen getroffen werden welche den Befragten in seiner Meinungsbildung beeinflussen können. Seriöse Meinungsforschung siehr anders aus.

    Ist bei der Bahn ja allerdings leider nicht neu das von ihr in Auftrag gegebene Studien tendenziös sind. 2007 hat die Bahn durch verdeckte Zahlungen Umfragen bei Forsa in Auftrag gegeben ob die Bevölkerung Verständniss für den Lokführerstreik hat, ebenfalls mit Suggestivfragen. Das sie Forsa beauftragt hat war nicht verwunderlich, denn Forsa kam bereits im gleichen Jahr und auch schon 2003 wegen unseriöser Arbeit in die Kritik (siehe wikipedia-Artikel zu Forsa). Interessant ist vor dem Hintergrund jetzt auch: Wiso hat die Leipziger Firma den Auftrag erhalten? Forsa scheidet praktisch nach dem Skandal 2007 aus (so dreist wollte die Bahn wohl doch nicht sein, wäre zu offensichtlich) und die anderen bekannten Meinungsforschungsinstitute sind mittlerweile mit unsauberen Umfragen sehr vorsichtig, vorallem bei dem kritischen und öffentlichkeitswirksamen Thema wollten die sicher nicht das Risiko eingehen mit einer tendenziösen Umfrage in Kritik zu geraten. Hat man in Leipzig schlicht jemand gefunden der es nötig hat die Drecksarbeit zu übernehmen?

  2. Beobachter sagt:

    Die Kritik am Zeitpunkt der Umfrage ist albern. Soll vielleicht BAA erst gefragt werden, wann den ein genehmer Zeitpunkt zur Befragung ist?

    Weiterhin steht fest, daß die Ablehnung von S21 stetig rückläufig ist.

    Drittens kann BAA gerne auf andere Umfragen verweisen oder eigene in Auftrag geben, die eine Mehrheit zeigen, die S21 ablehnen. Solche repräsentativen Umfragen kenne ich jedoch nicht. Gibt es solche, bin ich gespannt auf einen Link. Ansonsten gilt: Selbst die Grüne würden das Thema Volksentscheid liebend gerne vom Tisch haben, wohl wissend um das Ergebnis. Niemand wird wohl heute ernsthaft behaupten wollen, daß der geplante Volksentscheid eine Ablehnung von S21 als Ergebnis haben wird. Deshalb ja auch der verzweifelte Versuch einer Verfassungsänderung

    Politiker wie Herr Rockenbauch haben ja schon vorgesorgt. Er will solange weiter protestieren bis das Volk endlich „richtig“ entscheidet.

    Also noch mal: Ich warte auf repräsentative Umfragen, die eine Ablehnung von S21 erkennen lassen.

    • Herr Bergmann sagt:

      Im verlinkten BLog (http://zwuckelmann.posterous.com) habe ich eben folgendes gepostet:
      „Vielleicht hätte das Leipziger Institut für Marktforschung sich die Arbeit viel, viel einfacher machen sollen: Man hätte sich an irgendeiner x-beliebigen Stelle auf der Stuttgarter Gemarkung hingestellt und ganz einfach die Buttonträger gezählt. Wie hätte das Ergebnis wohl ausgesehen? Also ich habe in diesem ganzen Kalenderjahr erst ein einziges Auto mit einem Pro-Aufkleber gesehen. Finde ich schon seltsam, dass diese vielen, vielen Facebook-Proler nur virtuell pro sind und nicht im realen Leben. Da überrascht es mich einfach, wie sicher das Leipziger Institut die Proler in der Menge erkannt hat. “

      Beobachter wartet auf eine repräsentative Umfrage. Warum will er nicht die „Abstimmung mit Füßen“ oder die „Abstimmung mit Anstecknadeln“ wahrnehmen? Aber sicherlich hat Herr Hermann die vielen vielen Buttonträger irgendwoher aus dem EU-Ausland hergeholt und bezahlt und Herr Rockenbauch hat irgendwo eine Buttonfabrik ausfindig gemacht, die jedes Wochenende neue Buttons für umme fabriziert (Kinderarbeit made in Tschaina oder so).

      • Beobachter sagt:

        Warum will er nicht die “Abstimmung mit Füßen” oder die “Abstimmung mit Anstecknadeln” wahrnehmen?

        Ich bat um repräsentative Umfragen, die zu einem angeblich gegenteiligen Ergebnis gekommen sind. Solche Umfragen gibt es meines Wissens nicht. Sollte ich mich irren, lasse ich mich gerne überzeugen. Kennst du solche Umfragen? Nein? Na dann ist ja gut.

        PS: Ich gehe davon aus, daß deine Frage ironisch oder als Provokation zu verstehen sein soll. Mich interessieren jedenfalls keine Abstimmungen mit Fäusten, Füßen oder sonstigen Waffen. Eine demokratische (repräsentative) Abstimmung dagegen interessiert mich sehr.

    • GlotzBebbele sagt:

      Frage doch mal bei Herrn Schuster nach, der hatte doch den Bürgern Stuttgarts sowas versprochen!

    • Soziologe sagt:

      „Drittens kann BAA gerne auf andere Umfragen verweisen oder eigene in Auftrag geben“

      BAA ist leider kein Großkonzern mit den finanziellen Mitteln der Bahn. Es wäre aber natürlich eine sehr gute Idee und würde sicherlich zur Befriedung beitragen wenn die Bahn nochmals eine Umfrage durchführen lässt, allerdings das Umfrageinstitut von BAA aussuchen lässt und BAA den Fragenkatalog vorher auf Sugestivfragen überprüfen kann.

      Zum Umfragezeitpunkt: Ich gebe dir recht, die Umfrage war sicherlich schon geplant, das hat wohl nichts mit unseriösität zu tun. Allerdings werden Umfragen durchaus sehr stark von aktuellen Geschehnissen beeinflusst, ob man will oder nicht, und das nimmt besagter Studie natürlich ebenfalls einen nicht unwesentlichen Teil der Aussagefähigkeit.

      • Beobachter sagt:

        Allerdings werden Umfragen durchaus sehr stark von aktuellen Geschehnissen beeinflusst, ob man will oder nicht, und das nimmt besagter Studie natürlich ebenfalls einen nicht unwesentlichen Teil der Aussagefähigkeit.

        Absolut richtig. Da sind wir einer Meinung. Allerdings gab und gibt es keinerlei (mir bekannte) repräsentativen Umfragen, die zu einem anderen Ergebnis kommen würden als diese Umfrage (wenn auch sicherlich mit variierenden Prozentangaben).

  3. Madeleine sagt:

    Man kann – nein, muss – euch Proler wirklich nur noch bedauern! Ich frage mich nur, welche Ausmaße in der Zwischenzeit eure Scheuklappen haben, um partout, partout, partout nicht wahrhaben zu wollen, welchem Waschweiber-Geschwätz und welchem Betrug ihr auf den Leim gegangen seid. Und dann habt ihr auch kein eigenes vernünftiges Forum, in dem ihr euch austauschen könnt – ihr müßt euch schon in den Gegner-Foren rumtreiben, um euren Hass loszuwerden! Die schönen gesponserten Befürworter-Fahrten und die kleinen Canapees gibt es auch nicht mehr, keiner verteilt mehr Grube-Schäufelchen, bei Bürgerveranstaltungen traut ihr euch auch nicht so recht eure verqueren und fanatischen „Weiterbauen-Sprüche“ aufzusagen – tja, ihr habt schon ein schweres Los ………….. ich schick euch mal eine Runde Mitleid – aber damit muss es dann auch gut sein! Ich hoffe und würde dabei gerne Mäuschen spielen, wenn ihr in einigen Jahren mal wieder auf diese ganzen sinnfreien, teils wirklich hasserfüllten und ketzerischen Kommentare hier im Internet zurückblickt und euer „bestgeplantes Jahrhundertprojekt“ schon längst auf dem Scheiterhaufen der Gier verbrannt ist.
    Was mich aber an dieser ganzen Sache sehr traurig macht ist der Umstand, dass es durch ein „Immobilienprojekt“ einzelner Raffzähne möglich war, den Frieden einer Stadt und das Zusammenleben mit der Bevölkerung über Jahre hinweg vergiften konnte. Das ist KEIN Bahnprojekt, KEIN Immobilienprojekt, KEIN Shopping-Center wert.

  4. schuco sagt:

    Jeder Marktforscher wird sich als seriös und neutral darstellen. M.E. ist dies hier bei verschiedenen Beteiligten nicht der Fall: 1. Die Fragestellungen sind in ihrer Formulierung etc. angreifbar. 2. Die Analyse wird in der Überschrift als Lügenpackbefragung bezeichnet. Unter diesen Voraussetzungen rechne ich als neutraler Analyst bei keinem mit einer objektiven Darstellung. Ich empfehle hier als Lektüre und Leitbild http://www.respect21.de

  5. Hans Hase sagt:

    „Allerdings gab und gibt es keinerlei (mir bekannte) repräsentativen Umfragen, die zu einem anderen Ergebnis kommen würden als diese Umfrage“

    Keine Ihnen bekannte, schon klar. Dabei dauert es keine 5 Sekunden bei Google:

    http://www.stern.de/politik/deutschland/stern-umfrage-baden-wuerttemberger-sind-gegen-stuttgart-21-1598988.html

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,715030,00.html

    „Also noch mal: Ich warte auf repräsentative Umfragen, die eine Ablehnung von S21 erkennen lassen“

    So ist er, der Proler ‚Beobachter‘. Lässt sich gerne den Allerwertesten nachtragen und wird es trotzdem leugnen, wetten?

    • Beobachter sagt:

      Diese Umfrage (es ist eine Umfrage, auf die beide Links sich beziehen) ist ein Jahr alt. Seit dem hat sich die Haltung der Bevölkerung – wegen oder trotz der Proteste – sehr gewandelt.

      Ich warte also immer noch auf repräsentative Umfragen, die zeigen, daß eine Mehrheit der Bevölkerung gegen S21 ist.

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