Presseerklärung: Hände weg vom Rosensteinpark und der Wilhelma!

Parkschützer wehren sich gegen die Zerstörung des größten englischen Landschaftsparks Südwestdeutschlands und eines Landschaftsschutzgebietes von europäischem Rang Stuttgart

27. August 2012: Die Parkschützer warnen ausdrücklich davor, die beiden S21-Eisenbahn-Tunnels sowie den B10-Auto-Tunnel durch den Rosensteinpark zu realisieren. Der Rosensteinpark steht mehrfach unter Schutz: als Kulturdenkmal, als Landschaftsschutzgebiet und als europäisches Natura2000-Gebiet. Allein für den Bau der zwei S21-Tunnels sollen 96 Bäume im Park gefällt werden. Durch den baubedingten Wasserentzug droht dem Rosensteinpark eine schleichende Versteppung, die seine weitflächige Zerstörung zur Folge haben wird. Die beliebten Brücken zum Park über den Neckar sollen abgebrochen werden. Durch die Baumaßnahmen und die Abgasanlagen am B10-Autotunnel werden dauerhaft die Wilhelmatiere sowie die BesucherInnen und MitarbeiterInnen gefährdet. Die Parkschützer fordern den uneingeschränkten Schutz des Landschaftsschutzgebietes Rosensteinpark und der Wilhelma zugunsten des Stadtklimas.

„Dem Park ist es egal, durch welchen Tunnel er zerstört wird. Und es gibt Alternativen sowohl zu S21 als auch zum Autotunnel durch den Rosensteinpark. Hier wird zerstörerischer Murks geplant, das geht auch anders! Bis heute konnte die Bahn obendrein den Vorwurf, es handele sich bei S21 um einen Rückbau der Bahnverkehrs-Kapazität, nicht widerlegen“, sagt Parkschützer Andreas Schwab. „Dieser Schatz Stuttgarts, dieses Naherholungsgebiet mit seinen Brücken und Wegen, dieser Lebensraum für viele seltene und geschützte Arten muss zu 100 % erhalten bleiben!“

Die Grundwasserabsenkung zum Bau der drei Tunnels gefährdet die Wasserzufuhr zu den Parkbäumen. Selbst tiefwurzelnde Bäume finden dann in dem teils felsigen Untergrund des Parks kein Nass mehr. Die für große Bäume zu flache Erddecke über dem Tunneldeckel tut ein Übriges. (Tunneltiefenlagen siehe www.biss21.de). Die Abgaskamine, die im Bereich der Oberen Wilhelma aus dem Boden ragen würden, verlieren bei Inversionswetterlagen ihre Verdünnungsfunktion. Klar ist, dass der Autotunnel zudem mehr Verkehr und damit noch mehr Abgase in die ohnehin belastete Stadt bringen würde.

Durch den Bau der beiden S21-Bahntunnels bedingt sollen die beiden einzigen Fußgängerbrücken über den Neckar abgebrochen werden, die Holzbrücke und der Elefantensteg. Diese Brücken werden von Besuchern der Wilhelma und des Naherholungsgebietes Rosensteinpark stark frequentiert. Sie bilden von Bad Cannstatt her der Zugang zu diesem Teil des „grünen U“ der Landeshauptstadt. Dieses vielgerühmte „grüne U“ ist bereits im mittleren Schlossgarten sinnlos zerstört, weil es immer offensichtlicher wird, dass die Bahn S21 nicht bauen kann – Probleme beim Grundwassermanagement und der Geologie beweisen es. Die Parkschützer fordern, diesen Fehler im Rosensteinpark nicht zu wiederholen und den Grüngürtel nicht weiter zu zerstören.

Die OB-Kandidaten wurden per Brief zum Thema Rosensteinpark befragt und die Antworten werden auf der Montagsdemo bekannt gegeben.

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5 Responses to Presseerklärung: Hände weg vom Rosensteinpark und der Wilhelma!

  1. dichtbert sagt:

    Die Rosensteintunnel bei K21 sind lediglich optional. Der Stresstest (bzw. Stresstestbetrug) hat eindeutig gezeigt, dass K20 aktuell vollkommen ausreichend sind.

  2. Stuggiwuggi sagt:

    Gäääähn, könnt Ihr Euch nicht mal was Neues einfallen lassen? Versteppung, is klaaaar 😉
    Genauso schlimm wie die Apokalypsenwarnung, dass wir Stuttgarter nach Baumfällung im mittleren Schlossgarten ersticken, oder noch schlimmer als Eure Hangabrutschphantasien.
    Erlich Kinners: So langsam wirds arg lächerlich!

  3. ich habe... sagt:

    …hierzu schon vor ein paar tagen etwas zu bedenken gegeben, wurde aber geflissentlich ignoriert. dann eben nochmal:

    die bei K21 weiterhin benötigten tunnelanlagen direkt unterhalb des rosensteinparks müssten – im zuge der “ertüchtigung des gleisvorfeldes” wie es in der schlichtung hieß – komplett generalüberholt werden. da das erdreich oberhalb der tunnelbauten zu gering für eine bergmännische überholung wäre, müssten die bauarbeiten in offener bauweise stattfinden. das bedeutet, dass sämtliche bäume (und anderen pflanzen) – durchaus eine beachtliche zahl – dafür gefällt werden müssten. das bild, wie sich die entsprechend große bauschneise mitten durch den rosensteinpark ziehen würde, darf sich jeder selber ausmalen.

  4. quellen vorhanden? sagt:

    für diese aussage: „Selbst tiefwurzelnde Bäume finden dann in dem teils felsigen Untergrund des Parks kein Nass mehr. “

    dankesehr.

  5. Ebinger sagt:

    Hallo,
    wenn jetzt ab 1.Oktober 2012 viele Bäume (96 Stück, gesunde, ältere, und sehr alte ), wegen S 21 und einem bescheuerten, teueren Tunnel für LKWs und Autos, abgeholzt werden sollen, dann hilft vielleicht nur noch Eines: Geht jeden Tag, bis zum D-day, in den Rosensteinpark, und redet mit den Bäumen, denn die sind zum grossen Teil sehr, sehr alt und haben noch den Gärtner von König Willhelm II v. BW erlebt (1856). Genauso wie die Rotbuche am Planetarium damals. Auch geht zu den Tieren in der Wilhelma, und unterhaltet Euch mit Ihnen, bevor sie von den Autoabgasen langsam getötet werden.
    Noch einen schönen Sonntag.
    Ingrid

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