Solidaritätserklärung mit den AktivistInnen in Istanbul

Liebe AktvistInnen,

die ihr seit Dienstag dieser Woche trotz massiver Polizeigewalt zu Tausenden eure Bäume und euer Recht auf Stadt verteidigt und gegen die Zerstörung des Gezi-Parks kämpft - wir bewundern euren Mut und eure Stärke. Als GegnerInnen von Stuttgart 21 stehen wir an eurer Seite, denn euer Kampf ist unser Kampf: gegen die repressive Staatsgewalt, für den Erhalt öffentlicher Lebensräume.

Wir sind überzeugt davon, dass eine andere Gesellschaft möglich ist - eine Gesellschaft, die wir gemeinsam gestalten in Istanbul, in Stuttgart, in Frankfurt und überall.

Kommt zum dritten europäischen Forum gegen unnütze Großprojekte nach Stuttgart, damit wir uns gemeinsam unterstützen und unseren Protest und Widerstand in Europa und anderswo vereinen, um politischen außerparlamentarischen Druck auszuüben.

(Diese Solidaritätserklärung wurde heute, 31.05.2013, bei einer Versammlung vor dem türkischen Konsulat während Blockupy in Frankfurt verlesen.)

Infos: taz - "Wir müssen unsere Bäume retten", "Wischt sie alle weg"

Szenen von der Parkbesetzung vor dem brutalen Polizeieinsatz:

Bilder HIER & HIER

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14 Responses to Solidaritätserklärung mit den AktivistInnen in Istanbul

  1. wolfgang adler sagt:

    ,ich erkläre mich solidarisch mit den Aktivistinnen in istanbul

  2. Frank Schneider sagt:

    Solidarität mit den Aktivisten in der Türkei und in Frankfurt ist für mich Pflicht und gegeben. Ich wäre selbst dabei, wäre ich nicht gesundheitlich angeschlagen. Den Völkern muss mehr Gehör verschafft werden. Den Politikern gehört die Welt genau so wenig wie den Banken. Niemand kann einfach tun und lassen was er will, wenn das Volk nicht damit einverstanden ist.

  3. Sabine Hofmann-Stadtländer sagt:

    Wie sehr sich die Bilder gleichen! Ich hoffe, es gelingt den AktivistInnen in Istanbul das, was wir nicht geschafft haben.

  4. Nick sagt:

    Ich versteh zwar kein Wort, aber das ist auch nicht nötig – kommt mir alles verdammt bekannt vor. Schrecklich ist der Tod der Frau! Gibt es ein Homepage, an die man eine Solinote schicken kann?

  5. Kali sagt:

    Solidarisch braucht es nicht, sondern es braucht des Kampfgeistes wie unsere türkischen Freunden und Helden es uns demonstriert haben. In nur 5 Tagen eines Widerstandskampfes (eines echten Kampfes und Protestes, der vom Kampf niocht zu trennen ist) besiegten sie Erdogan und sein autoritäres System. Wogegen die S21 Anführer mit ihre Ängstlichkeit, Wankelmütigkeit und ohne Zivilcourage vermasselten die Widerstandsbewegung gegen S21 nach einigen Jahren eines schwachen Widerstandes, der nicht mal verdient den Namen eines Widerstandes. Friedlich (passiv ängstlich) ist ein Widersruch zu dem Begrif Wiederstand. Der Kampf gegen S21 kann nur auf gleiche Weise wie in der Türkei es gerade geschah siegreich gewonnen werden. Fasst Mut und seht unsere türkischen Freunde als lebende Vorbilder gegen undemokratische Systeme und Korruption. Friedliche Proteste haben nie funktioniert gegen Korruption und Gewalt gegen das mündige und bewusste Volk.

    • Nick sagt:

      @ Kali
      Nun mach mal keinen solchen Wind mit deinem kurzen Hemd!

    • johanna sagt:

      Unserern Stuttgartern mangelt es an Solidarität mit den sich berechtigt wehrenden Demonstranten. Ich nehme es meinen Mitmenschen nach wie vor sehr übel, dass sie am 30.9.10, wo der Lärm aus dem Schlossgarten bis in weite Bereiche der Königstraße zu hören war, so taten als ob sie das alles nichts anginge, nicht einmal nachgeschaut haben, was los ist, um sich selbst ein Bild von der Situation und dem massenhaft unangemessenenen Auftreten etlicher Spezialeinheiten einer hochgerüsteten und wie Kampfritter, aus fernen Galaxien anmutenden Polizei ein Bild zu machen. Stattdessen wurde munter weitergeschoppt und ganz „wichtige“ Gespräche pr Handy… geführt. Haben die Stuttgarter das selbständige Denken verlernt? Brauchen manche Mitmenschen keinen Sauerstoff und Schattenspender? Hat sich hier bei Manchem die hohe Feinstaubbelastung schon auf die Synapsen gelegt und ist die Reizleitung ins Gehirn deswegen gestört? Denn hier geht es nicht nur darum, dass man aus einem gut funtionierenden und einer der pünktlichsten Bahnhöfe ein Bahnhöfle macht, sondern dass durch das rücksichtslose Durchdrücken dieses unnützen und bürgerschädlichen Projektes, wahrscheinlich massenhaft Gesetze gebrochen werden. Und die Hauptauftraggeberin in Berlin steht wahrscheinlich über und hinter allen diesen Ungeheuerlichkeiten.
      Die wahrscheinlich von Partei- und Machtinteressen unterwanderte Stuttgarter Presse tat und tut hier ihr Übriges. Nur nicht sein sicheres Pöstchen riskieren und kritsich und umfassend berichten.
      Keine Baustelle in Deutschland ist wahrscheinlich so groß, wie die der Demokratie und des Rechtsstaats. Die werden durch die Vorgehensweise bei S21 in eine arge Schieflage gebracht.
      Pressefreiheit, Versammlungsrecht, Meinungsfreiheit werden und wurden wahrscheinlich beschränkt/gelenkt und das in unserem ach so hochgelobten und uns immer wieder als Paradebeispiel für funktionierende Demokratie und Rechtsstaat mit unabhängigen Gewalten hingestelltem Deutschland. Ausländische Mitbürger aus Diktaturen haben mir aber gesagt, dass wir schon längst keine Demokratie mehr hätten, uns die aber ständig eingeredet wird. Sie wüssten aber wenigstens, dass sie aus Diktaturen stammen.
      Von der Solidarität der Türken können wir Deutschen lernen und bei S21 vor allem die Stuttgarter.
      Denn nur gemeinsam haben wir eine Chance gegen die arrogante, atemberaubende,menschenverachtende umweltzerstörende Diktatur des Kapitals, die überall auf der Welt herrscht.
      Hoch die internationale Solidarität!

  6. Hans Georg Kuballa sagt:

    Was Kali sagt, ist so auch z.T. richtig. Leider ist aber der Deutsche Bundesbürger sehr viel vorsichtiger, weil er sonst unweigerlich in den Geruch des gewaltbereiten Übeltäters gerät. Das ist – nach den hier gemachten geschichtlichen Erfahrungen – besonders unter der derzeitigen schwarz-gelben Koalition der Fall, die nur eine billige Scheindemokratie repräsentiert. In der Bundesrepublik ist vor allem noch der Obrigkeitsstaat präsent. Da hilft auch nicht das (vorbildliche) Grundgesetz, deren Artikel – wie die Praxis im Fall Stuttgart 21 zeigt – z.T. nur noch auf dem Papier stehen.

    Insofern unterstreiche ich die Aussage von Kali:’Der Kampf gegen Stuttgart 21 kann nur auf gleiche Weise, wie in der Türkei es gerade geschah, siegreich gewonnen werden‘. Nur würde ich das Wort ‚kann‘ durch ‚könnte‘ ersetzen, weil die Passivität der hiesigen Menschen überwiegt, die bereits die meisten hier passierten unglaublichen Rechtsbrüche als ‚gegeben und nicht mehr durch uns änderbar‘ hingenommen haben.

  7. Joachim sagt:

    Erdogan ist nicht besiegt und auch sonst verbreitet Kali viel Unsinn.
    Grüsse in die Türkei. Dort finden nicht nur in Istanbul Massendemos statt.

  8. johanna sagt:

    Ich glaube nicht, dass es Unsinn ist, was Kali sagt.
    Grube selbst hat vor dem VE gesagt, dass er S21 nur dann stoppen würde, wenn es zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen in Stuttgart käme.
    Unser Widerstand kann nur funktionieren, wenn sich die Bevölkerung in Massen gegen die betrügerischen, menschenverachtenden, skrupellosen und umweltzerstörenden Machenschaften der Wirtschaft und des Kapitals wehrt.
    Alle bisherigen Maßnahmen wie Blockaden…haben und werden S21 nicht stoppen, weil die Justiz und Polizei wahrscheinlich in den Skandal (Gesetze werden en Mass gebrochen, Schriftstücke des Eba werden von landeseigenen Behörden zurückgehalten, die Gerichte fällen wahrscheinlich masssenhaft Willkürurteile gegen Blockierer …)verwickelt sind.Und wollen wir ein System weiter mit Geldern aus fragwürdigen Ordnungsgeldern, Wegtragegebühren…füttern, das wir in etlichen Teilen ablehnen?! Mir tun all die Leute leid, die schon für ihren Widerstand gegen S21 zur Kasse gebeten wurden.
    Ich hoffe, dass der Brief von Dr. Christoph Engelhartd viele Mitmenschen wachrüttelt und zum Widerstand animiert.
    Denn es werden ja auch nach und nach durch die Medien immer mehr Skandale um S21 aufgedeckt.
    Denn die Wirtschaft und das Kapital sind nur mit Massen zu beeindrucken. Ob es Massen an Geld oder Menschen sind.
    verwickelt sind.
    Auf jeden Fall muss am 15.6.13 17.00 Uhr der Schlossplatz brechend voll werden mit mutigen, frechen und engagierten Bürgern, die sich für eine funktionierende Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einsetzen und sich entschlossen gegen das Prinzip S21 wehren.
    Hoch die internationale Solidarität, alerta, alerta!

  9. da]v[ax sagt:

    Ich hab einen Soli-Watschenbaum gebastelt. Vielleicht magste den ja noch dazu packen:

    http://todamax.kicks-ass.net/2013/watschenbaum-tuerkye/

  10. Hans Baldung sagt:

    Wurde einmal daran gedacht, die Großdemo am 15.06.2013 zu einer Solidaritätskundgebung mit unseren türkischen Freunden zu machen ?
    Auch das Projekt in Istanbul ist unsinnig !

    Ich denke, es wäre sinnvoll, zumindest einen türkischen Sprecher auf der Demo eine Rede halten zu lassen !

    In Stuttgart in Umgebung wohnen sehr viele türkischen Freunde, die in Gedanken gleich sind wie ihre Verwandten in Istanbul ! ich gehe davon aus, dass auch viele dieser Leute dann der Kundgebung folgen würden !

    Entsprechende Einladungen bzw. Demoflayer sollten dann u.a. in türkischer Sprache herausgebracht werden !

    Denkt mal darüber nach ! Es ist nicht mehr lange Zeit !

  11. da]v[ax sagt:

    Stimme Hans Baldung (10.) voll zu. Eine Solidaritätsadresse an Istanbul wäre absolut richtig. Denen passiert GENAU das, was uns 2010 passiert ist.

  12. beatewürtele sagt:

    Die heutige gemeinsame Montagsdemo Istanbul/Stuttgart empfand ich als eine gegenseitige Soidaritätsbekundung.
    Es herrschte eine neue feurige Lebendigkeit unter uns allen.
    „You never walk allone“

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