Die Sä-Aktion ist kein Pogrom!

Entschuldigt die etwas reißerische Überschrift, aber die Stimmung scheint inzwischen mal wieder so hochgekocht zu sein, dass ich jetzt mal für Klärung sorgen muss. Hier trudeln schon wieder Kommentare rein mit dem Inhalt, die Sä-Aktion sei nur ein Vorwand, die Parkbewohner aus dem Park zu vertreiben. Das ist absoluter Unfug! Niemand wird aus dem Park vertrieben. Inzwischen haben wir es in mühsamer Kleinarbeit geschafft, die Parkbewohner sogar für die Idee zu interessieren, so dass sie uns dabei helfen werden. Ich zitiere mal aus einer Mail, die hier gerade einging:

Ich habe zuerst mit Parkbewohnern telefoniert und war dann heute selbst im Park. Habe in allen Wohnlagern einen Besuch gemacht und berichtet, dass Samstag früh gemäht wird. Die meisten wussten schon Bescheid, offenbar ist die telefonische Info gut verbreitet worden. [...] Die Mähaktion fanden alle ok bis gut und ich hoffe nun, alle wissen das noch, wenn sie morgen früh von den Rasenmähern geweckt werden.

Die Stimmung war so gut, dass ich auch die Sä-Aktion überall noch einmal angesprochen habe. Die Übereinkunft ist jetzt, dass die Zeltler ihre Räume und Wege mit Flatterband markieren. [...] Außerdem wollen einige sich auch arbeitend an der Sä-Aktion beteiligen. Zusätzlich wollten sie Grassamen besorgen, um um die Zelte herum (also im von ihnen dann abgesperrten Bereich) selbst zu säen. Ich habe versprochen die Gärtner zu bitten, ihnen am 7. Mai auch Samen für diese Aktion mitzubringen, damit nachher überall dasselbe Gras wächst.
[...]
Die Sä-Aktion wird von den Gärtnern ehrenamtlich und kostenlos gemacht (außer den Absperrbändern, [...]). [...]
Die Parkbewohner haben nichts gegen neuen Rasen. Und wenn alle [...] aufhören würden, davon zu reden und zu schreiben, dass es irgendwie darum geht, die Zelte gegen den Willen der Parkbewohner abzureißen und ähnlichen Blödsinn, würde im Park auch niemand mehr in Panik versetzt. Wir könnten dann in einer friedlichen gemeinsamen Aktion von Gärtnern und Parkbewohnern, vielleicht unterstützt von ein paar Parkschützern, nicht überall aber doch auf großen, jetzt kahlen, Flächen einen neuen Rasen bekommen.

Natürlich werden uns jetzt wieder einige nicht glauben, aber das ist wohl nicht zu verhindern. Die obige Mail enthält nichts als Wahrheit und wir möchten euch jetzt alle bitten, euch mal auf die Pfoten zu setzen und den Ball flach zu halten. Die ganze Aktion wird den Park wieder zu einem Park machen, sie wird den S21-Befürwortern eine Menge Wind aus den Segeln nehmen und alles wird gut.

PS: Leider ist den Gärtnern beim Mähen gerade eine Achse gebrochen, so dass die Mäherei erstmal beendet werden musste.

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19 Responses to Die Sä-Aktion ist kein Pogrom!

  1. Schwabe sagt:

    Das Aktionsbündnis hat die Säaktion im Konsens beschlossen, heisst
    es. Die breite Basis wird hier offensichtlich nicht gefragt.
    Herrschaft und Gehorsam. Ist hier einmal jemand auf die Idee gekommen basisdemokratische Struktruren einzuführen?

    Woher weiss eigentlich MvH, dass er bei seinen Presseerklärungen die Meinung aller bzw. die Mehrheit der Parkschützer vertritt? Er weiss es nicht und es ist ihm auch egal.

    So jetzt kannst du mein Kommentar wieder als Pöpelei werten und löschen.

    • Laya sagt:

      Whow, das ist mal wieder ein Lernprozess … in meinem Schmerz um die verlorene Liegewiese, wollt ich diese geräumt sehen, professionell eingesät und 6 Wochen nicht betreten … und dann aaaaah … wieder so schön, wie im vergangenen Sommer.
      Dann war ich sauer auf einige Parkbewohner, die mit Spendenbüchsen der Parkschützer ihren Lebensunterhalt bestreiten (ist in meinen Augen Missbrauch) und sonst nix beitragen außer überall hinpinkeln und … grrrr … kam mir da ungutes zu Ohren.
      Und jetzt findet alles gleichzeitig statt … jeder auf seinem Stückchen Park … das find ich lustig … ich komm auch bald wieder. Also liebe Parkbewohner, passt auf wo ihr hinpinkelt … bitte nicht auf die frisch eingesäte Erde.

  2. Tom Görner sagt:

    DIe IDee mit der Säaktion it gut.
    Nur doof dass promt gegen Anfang die Technik ausgestiegen ist (mir wärs lieber wenn dieser Zufall bei den Bauarbeitern passiert wär)

  3. uschi sagt:

    danke für die Aufklärung Max, ich finde das sollte jetzt aber auch gut sein, mit dem Rummeckern…. die die Meckern, sollten lieber mithelfen.

  4. BrigitteL sagt:

    Na endlich mal Klartext, danke! Zusammenhalten und oben bleiben forever.

  5. BrigitteL sagt:

    Eine Frage: wieso kommen da neuerdings so blöde Bildchen??

  6. Politologe sagt:

    Ja, Schwabe. Das ist eine Tatsache, die mir nicht nur in diesem Zusammenhang immer mehr auffällt.

    Insbesondere ist in diesen Tagen unübersehbar, dass es in unserer Bewegung brodelt, dass eine enorme Wut und Empörung gegenüber dem Betrug an Land und Stadt herrscht, den die SPD gerade gegen kaum wahrnehmbaren Widerstand der Grünen durchgesetzt hat.

    Was wir jetzt brauchen, sind keine Beschönigungen und auch keine \Säaktionen\, sondern wir brauchen wieder den handfesten, dynamischen und scharfen Widerstand in allen nur erdenklichen Formen, wie wir ihn im letzten Sommer gemeinsam auf die Beine gestellt haben!

    Was die SPD da abzieht, leider nur gegen völlig unzureichenden Widerstand der Grünen, ist noch viel dreister und perfider, als das, was wir unter Schwarz-Gelb erlebt haben!

    Und wenn wir GENAU DAS nicht in aller Deutlichkeit in die Bewegung hineinkommunizieren und in den nächsten Wochen MAXIMALEN Protest auf die Straße bringen, dann haben wir schon verloren!

    Dann machen wir uns selbst zum Erfüllungsgehilfen für den betrügerischen, nicht kontrollierbaren \Stresstest\ und den skandalösen Volksabstimmungsbetrug, der S21 endgültig den Anstrich vermeintlicher Legitimität verpassen wird, von dem Mappus & Co. nur träumen konnten!

    Unser Ziel muss sein: Sommer 2010 reloaded, so schnell wie möglich. Vor allem natürlich in Richtung SPD, um dort auch den inneren Widerstand von der Basis her deutlich zu befeuern.

    Jedes Zögern und auch nur ansatzweise Einlassen auf das gigantische Täuschungsmanöver \Stresstest + Volksverarsche\ wäre absolut verheerend und würde unseren Widerstand spätestens mit der nicht gewinnbaren Volksverarsche in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit endgültig delegitimieren!

  7. Uwe Mannke sagt:

    „Die obige Mail enthält nichts als Wahrheit“ schreibt Max. Das ist ungefähr die gleiche Art zu formulieren, wie das mit dem Nicht-Pogrom.

    Das ganze hört sich jetzt nach einem Kompromiß und schwäbischem Erfindergeist an:
    Säen unter rollendem Zelt.

    Wenn das den entscheidenden Imagegewinn für uns Parkschützer bringt und die Hoffnung besteht, dass dadurch S21 gestoppt wird, soll’s mir Recht sein. Bleibt immer noch die Frage, ob alle unter Gras-Säen das gleiche verstehen.

    Schlagzeile: Punks säen Gras im Schloßgarten!

  8. Monika Schittenhelm sagt:

    Ich bin eine von den GärtnerInnen, die bei der Rasensanierung am 7. Mai mitmachen werden. Effektiv ist diese Rasensanierung nur, wenn soviel Rasenfläche wie möglich frei wäre und nach den Arbeiten auch einige Wochen frei bleiben würde. Die Fläche soll vertikutiert werden, um es vielleicht zu schaffen, den harten Boden so aufzurauhen, dass der Samen überhaupt Fuß fassen kann. Nach der Einsaat und dem Walzen sollte die Rasenfläche dauerhaft feucht gehalten werden, um eine schnellstmöglichste Keimung zu erreichen. Im Normalfall sollte der frische Rasen erst 2 x gemäht werden, bevor er wieder intensiv betreten werden kann. Es ist sinnlos, zwischen irgendwelchen Zelten oder um irgendwelche Zelte drumrum Gras einzusäen, wenn diese Fläche ohne Pause genutzt und regelmäßig weiter betreten werden soll.
    Ich fänd´s schön, wenn wir es schaffen, die Rasenflächen soweit wie möglich zu räumen, damit sie fachlich sinnvoll regeneriert werden können. Sie sollten dann abgesperrt und am besten auch gewässert werden mit Regnern. Nur so können wir die Rasenflächen wieder so hinkriegen, dass Sie nach ca. 6 Wochen wieder belastbar sind und den Spaziergängerinnen und Spaziergängern wieder als Liege- und Spielwiese dienen können.

  9. Christina Kraus sagt:

    Weils so gut passt, nochmal mein Statement aus dem Parkschützerforum: Ich möchte hier mal noch etwas zur internen Kommunikation beitragen!
    Gestern, 24.4. hatten die Parkbewohner gemeinsam mit Fritz Mielert ein kurzes Plenum im Schlossgarten abgehalten! Dort ging es um die Kommunikation zwischen Parkschützerbüro und den Bewohnern am Ort des Wiederstands! Es wurde dort beschlossen, dass die Bewohner ihre Zelte nicht abbauen, es aber eine Begrüungsaktion einer ausgewählten Flächen geben soll. Zur Verbesserung der Kommunikation, und damit solche Dinge wie ´Parkbewohner wundern sich über Presseerklärung von Matthias von Hermmann (siehe bei-abriss-aufstand)´ nicht mehr geben wird wurde ausserdem betont, dass sich die Bewohner vor Ort und die Parkbesucher und sonstige Aktiven aufeinanderzubewegen. von Seiten der Parkbewohner wurde dazu bereits der Entschluss gefasst 3 Vertreter in den Wiederstandsrat am Donnerstag um 19.00h in die Urbahnstr. 49a (oder wars b..?) zu entsenden. Die Parkbewohner wünschen sich, dass der Ort des Wiederstands im Schlossgarten wieder mehr zum Zentrum der Kommunikation wird! D.h. haltet eure Pleni doch direkt vor Ort ab! Es gibt ein grosses Gemeinschaftstippi, dort kann auch bei Regen oder Kälte getagt werden, aber das Wetter ist ja eh grad sehr einladend! Ausserdem wünschen sich die Parkbewohner ein gemeinsames Grillen im Schlossgarten, an dem alle, die etwas im Schlossgarten und zum gemeinsamen Wiederstand vor Ort beizutragen haben teilnehmen, sozusagen ein lockeres wir reden wieder miteinander Treffen! Die Idee ist z.B. so ein Treff regelmässig sonntsgs einzurichten. Ganz wichtig erscheint mir, dass die Leute vor Ort wieder mehr von uns allen zu spüren bekommen, dass sie einen Hammer Job machen, der unseren ganzen Respekt und grosse Anerkennung verdient! Die Parkbewohner vor Ort sind ein absolut notwendiges Instrument unseres Wiederstands! Genauso wie die Jobs, die alle Anderen tun!
    Wer noch etwas für uns Leute vor Ort tun möchte, der darf gerne Lebensmittel und Kerzen spenden! Ausserdem werden Jongliermaterial sowie Musikinstrumente benötigt, um nach aussen sichtbar zu machen: Wir sind kreativ, bunt und hams drauf!

  10. Florian sagt:

    Und am 25.4. oder so findet eine Kundgebung(Festival) mit mehr als Tsd. Leuten dort statt habe ich gehört. Von den Aus!Sitzern. Zelten tun bestimmt auch noch viele da. Deswegen ist eine großflächige Säaktion wohl überhastet, wenn nicht sogar für die Katz! Besser ist es einen kleinen Teil abzusperren und zu bewässern, erst mal genug finde ich.

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