ROBIN WOOD-Aktive bauen Baumhaus im Stuttgarter Schlossgarten

+++ Pressemitteilung von ROBIN WOOD +++

ROBIN WOOD-Aktive bauen Baumhaus im Stuttgarter Schlossgarten

Bahn schreibt Baumfällungen für Tiefbahnhof S21 aus

Acht Tage vor der Volksabstimmung über den Ausstieg des Landes Baden-Württemberg aus der Finanzierung für „Stuttgart 21“ haben Aktive von ROBIN WOOD mit dem Bau eines Baumhauses im Stuttgarter Schlossgarten begonnen. Die Aktion steht unter dem Motto „Do it yourself - Demokratie geht anders“. Mit der Baumbesetzung wollen sie die alten Bäume des Schlossgartens vor ihrer Abholzung für den Bau des Tiefbahnhofs schützen. Die Deutsche Bahn AG hat gestern Baumfällungen im Schlossgarten ab 15. Januar bis 29. Februar 2012 ausgeschrieben, die Angebotsfrist endet kurz vor Weihnachten.

„Wir wünschen uns eine hohe Beteiligung an der Volksabstimmung und ein gutes Ergebnis für die Befürworter des Kopfbahnhofes. Die Landesverfassung legt die Hürde für einen Volksentscheid jedoch derartig hoch, dass sie demokratische Teilhabe eher verhindert als ermöglicht. Die Entscheidung über das Ausstiegsgesetz zum Bahnhof erfordert mehr aktive Zustimmung der BürgerInnen als jede Landesregierung, die die Gesetze erlässt“, sagt Kei Andrews von ROBIN WOOD Stuttgart.

Nach der baden-württembergischen Landesverfassung muss mindestens ein Drittel aller Stimmberechtigten, das sind 2,55 Millionen Menschen, eine gültige Stimme für den Ausstieg des Landes aus Stuttgart 21 (S21) abgeben. Zum Vergleich: Die schwarz-gelbe Landesregierung, die die Finanzierungsvereinbarung geschlossen hatte, wurde von genau 2,17 Millionen Stimmberechtigten ins Amt gewählt. Für Grüne und SPD, die mit der Ankündigung einer Volksabstimmung über Stuttgart 21 in den Wahlkampf gegangen waren, stimmten 2,36 Millionen Menschen.

„ROBIN WOOD lehnt Stuttgart 21 ab, weil das Projekt Bahn-Infrastruktur abbaut und eine Verkehrsverlagerung auf die Schiene für Umwelt- und Klimaschutz verhindert“, sagt Monika Lege, Mobilitätsexpertin bei ROBIN WOOD. „Wir fordern eine Verbesserung des Kopfbahnhofs, auf dessen sechzehn Gleisen ein integraler Taktfahrplan möglich ist. Dann ist die Bahn eine echte Alternative zum Auto.“

Dies wäre ein Schritt in die richtige Richtung eines generellen Kurswechsels in der Bahnpolitik: weg von Hochgeschwindigkeit auf engen Korridoren hin zur Netzgeschwindigkeit in der Fläche. Das Ziel ist eine Bahn, die bundesweit im Stundentakt fährt. Sie soll nicht Gewinn orientiert bewirtschaftet werden, sondern gemeinwirtschaftlich und unter demokratischer Kontrolle.

ROBIN WOOD ist seit 2008 auf vielfältige Weise gegen S21 aktiv. Bereits am 3. September 2010 hatten UmweltschützerInnen von ROBIN WOOD Bäume im Schlosspark besetzt. Sie wurden vier Tage später gewaltsam von der Polizei geräumt, waren jedoch am 17. September zurückgekehrt, um ihre Aktion fortzusetzen und auf diese Weise den Widerstand gegen S21 zu unterstützen.

+++ Pressemitteilung Ende +++

Weitere Informationen:

Offizielle Ausschreibung der Deutschen Bahn AG:
S21, PA1.1, Baumverpflanzung Schlossgarten in Stuttgart

Kommentar zur Ausschreibung von Bei Abriss Aufstand:
Bahn schreibt Baumverpflanzungen und Fällarbeiten aus

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13 Responses to ROBIN WOOD-Aktive bauen Baumhaus im Stuttgarter Schlossgarten

  1. Dan Cortez sagt:

    Die Bahn schreibt keinerlei Baumfällungen aus, sondern Baumverpflanzungen. Das ist ein elementarer Unterschied. Man diskreditiert sich mit solch verfälschenden Aussagen (man könnte auch sagen Lügen) nur selbst. Dumm.

    • Tom Görner sagt:

      Geht nicht.Wohin mit dn Bäumen: Sie gehen ja drauf und in einem früheren Artikelstand: Bäume die verpflanzt werden sollen aber keinen Platz finden dürfen gefällt werden.
      BEi allen Bäumen ist dies der FAll.
      Also doch Fällungen

      • Dan Cortez sagt:

        Das spielt überhaupt keine Rolle. Fakt ist nun mal, dass die Bahn KEINE Baumfällungen ausgeschrieben hat, sondern Baumverpflanzungen. Ob das nun geht oder nicht ist Interpretationssache. Zu behaupten, die Bahn habe Baumfällungen ausgeschrieben, ist eine glatte Lüge.

    • Bananenbieger sagt:

      … schreibt ein Lügner:

      „5. Sofern keine Ersatzstandorte gesichert werden können, sind auch die zur Verpflanzung vorgesehenen Bäume zu fällen . 2. Fällen von Bäumen Fällen von ca. 50 Bäumen in angrenzenden Bereichen des Mittleren Schlossgartens“

      Deinen Unfug kannst Du deinen Kameraden im Bierdunst des Bürgerkellers erzählen, hier bist Du damit falsch.

    • Erika sagt:

      Doch, es sollen auch entgegen anderer Absprachen bei der Schlichtung, gesunde Bäume für S21 gefällt werden.

  2. Robin Wood e.V. sagt:

    @senor cortez zum Nachlesen:
    Los-Nr.:1
    1) Kurze Beschreibung:
    Baumverpflanzungen
    Los-Nr.:2
    1) Kurze Beschreibung:
    Baumfällungen, falls erforderlich.

  3. diesunddas sagt:

    Danke an Robin Wood für diesen tapferen Einsatz.

    bitte beachtet dieses Video aus den USA: *** http://www.cbsnews.com/8301-201_162-57328202/video-police-pepper-spray-passive-students/ ***

    Pfeffersprayeinsatz gegen passiv am Boden sitzende Studenten. aus nächster Nähe, direkt ins Gesicht.

    Wie gehen wir mit einer Polizei um, die sich nicht an Recht und Gesetz hält?

    • Heidrun Ritter sagt:

      Liebe Robin-Wood-Aktivistinnen,

      ich danke Euch für Euren Einsatz.

      Er ist gar nicht hoch genug einzuschätzen.

    • Erika sagt:

      Kässle hinstellen für unsere arme und unterbezahlte Polizei und sie auf Heilbronner Verhältnisse ansprechen, wo Polizeibeamte geschmiert wurden.

  4. Peter Illert sagt:

    „Baumfällungen“ ist wohl -teilweise- falsch, mit „Baumstillegung“ oder „Baumniederlegung“ ist es möglicherweise treffender beschrieben. Die Bahn wird- koste es was es wolle- die Bäume aus dem gefrorenen Boden herausreissen und werbewirksam auf Tiefladern durch die Stadt fahren wollen. Ein paar kleinere Bäume werden auch verlegt, so wie manchmal Züge verlegt werden. Hauptsache, keine emotionalisierenden Bilder im Park. Ob die Bäume überhaupt eine Chance haben, ist dabei zweitrangig.

    • Tom Görner sagt:

      Stimmt.
      DIe BAhn lügt wie gedruckt. MAnmuss immer ins Kleingedruckte und dann noch einiges herleiten um es zu bemerken

  5. Aufgeklärter sagt:

    Zu „Dan Cortez“ Zitat: „Zu behaupten, die Bahn habe Baumfällungen ausgeschrieben, ist eine glatte Lüge. bei der Wahrheit zu bleiben, wäre intelligenter.“ Geben wir gerne an Sie zurück. Es stimmt zwar, daß in der Ausschreibung als erstes oben steht: „… Großbäume, die sich in einem vitalen Zustand befinden, verpflanzt bzw. versetzt werden.“ Es stimmt aber auch, daß weiter unten zusätzlich vermerkt ist: „Sofern keine Ersatzstandorte gesichert werden können, sind auch die zur Verpflanzung vorgesehenen Bäume zu fällen (…). 2. Fällen von Bäumen Fällen von ca. 50 Bäumen in angrenzenden Bereichen des Mittleren Schlossgartens einschl. Entsorgung des Fällguts.“ Nachzulesen auf http://www.bahnmarkt.eu/oeffentliche_ausschreibung_vobvol_detail_433250.html. Sie sollten sich eines merken, „Dan Cortez“, die S21-Gegner haben keinen Grund zu lügen oder Märchen-Geschichten zu erzählen. Ihre Vorwürfe an uns fallen auf Sie selbst zurück. Immer wieder ein Grund mehr unsererseits den Eindruck zu haben, daß den Pro21-Fans die Argumente ausgehen und versucht wird, uns in ein schiefes Licht rücken zu wollen. … Oben bleiben! Oben ist besser mit Kopf als unten ohne. Oben ist Leben, Licht und Sonnenschein, unten ist nur Langeweile, Dunkelheit und der Tod!

  6. Petra A sagt:

    Hier nochmal zur Erinnerung: Gefälligkeitsgutachten der Bahn für Baumverpflanzungen

    Die Bahn hat ein Gutachten zu den geplanten Baumverpflanzungen im Mittleren Schlossgarten anfertigen lassen. Dieses Gutachten hat sich der Arbeitskreis „Baumpaten“ der Parkschützer vorgenommen und kommt zu drastischen Ergebnissen.

    Herzlichen Dank an alle Robin Wood-Aktivisten für euren Einsatz in luftiger Höhe mit viel Kletterkunst zur Rettung, nicht nur unserer wunderschönen Bäume, sondern auch der teilweise auf der roten Liste stehenden Tiere, wie Juchtenkäfer, Fledermäuse, Hohltaube… Danke dass ihr da seid!!!

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