Stuttgart 21 und sein absehbares Scheitern – Veranstaltung mit Winfried Wolf am 14.12.2017, 19 Uhr, Clara-Zetkin-Haus

Veranstaltung mit Verkehrswissenschaftler Dr. Winfried Wolf

Donnerstag, 14.12.2017
19 Uhr
Clarar-Zetkin-Haus
Gorch-Fock-Str. 26
70619 Stuttgart-Sillenbuch

Dr. Winfried Wolf präsentiert hiermit im Clara-Zetkin-Haus in Stuttgart-Sillenbuch sein neues Buch „abgrundtief + bodenlos“.  Es handelt sich um die erste Veröffentlichung, die in umfassender Weise das Großprojekt darstellt, dessen zentrale Schwächen analysiert und die weiter anhaltende Bürgerbewegung gegen Stuttgart 21 vorstellt. Musikalische Umrahmung: Ekkehard Rößle.

abgrundtief + bodenlos

Stuttgart 21 und sein absehbares Scheitern

Seit November 2017 ist Stuttgart 21 wieder groß in den Medien. Warum? Weil auch von der Bahn offiziell zugegeben wird, dass S21 um 1,1 Milliarden Euro teurer und drei Jahre später als zuletzt geplant, erst 2023, fertigegstellt sein wird. Und schon wird uns vorgerechnet: Ein Ausstieg jetzt komme doch „ZU SPÄT“. Und: Der Ausstieg komme doch „viel teurer als das Weiterbauen“. Das hören und lesen wir nun seit acht Jahren. So argumentierte auch MP Kretschmann, als wir mit ihm vor ein paar Wochen im Mahnwachenzelt ein Gespräch hatten.

Tatsächlich ist Stuttgart 21 in dreifacher Weise einmalig-zerstörerisch: Es handelt sich erstens um das mit Abstand teuerste Bauprojekt in Deutschland. Es kostet laut Bundesrechnungshof, nicht 7,6, sondern mindestens 10 Milliarden Euro. Es ist zweitens das einzige Projekt, bei dem eine gigantische Summe  dafür ausgegeben wird, eine bestehende Kapazität – hier diejenige des Hauptbahnhofs Stuttgart – zu verkleinern. Und schließlich gibt es drittens nirgendwo in Deutschland eine derart große, kreative Protestbewegung, die seit mehr als sieben Jahren und am 15. Januar 2018 mit dann 400 Montagsdemonstrationen aktiv ist. Und immer wieder vorrechnet: Ausstieg spart Geld und weitere Zerstörung – Umstieg21 ist machbar!

Warum wird dann weitergebaut? Da gibt es die Interessen der Konkurrenz – Autoindustrie und Flugverkehr. Dieser kommt die Schwächung der Schiene zu pass. Doch vor allem geht es um STAATSRÄSON. Laut Angela Merkel wird mit Stuttgart 21 der Standort Deutschland verteidigt. Wenn Stuttgart 21 gestoppt wird, dann wird bundesweit der Widerstand gegen andere zerstörerische Großprojekte – etwas derjenige gegen die Feste Fehmarnbelt-Querung oder derjenige in München gegen die zweite S-Bahn-Stammstrecke oder derjenige in Frankfurt/M. gegen den weiteren Ausbau des Rhein-Main-Airports – gestärkt werden.

Winfried Wolf wuchs in Horb und Ravensburg auf; er lebt heute bei Berlin. Wolf veröffentlichte 1995 das erste Buch überhaupt zu Stuttgart21. Er war 2011-2013 Mitherausgeber von drei Büchern zu S21. Wolf ist Chefredakteur der Zeitschrift Lunapark21 und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von Attac.

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