Landraub und Parkzerstörung – Wir protestieren am 14. Februar!

Versammlung und Kundgebung: 14.2.– Sechs Jahre Landraub und Parkzerstörung.
Uhrzeit: 17 Uhr
Ort: Schillerplatz.
Redebeiträge, Gedichte, Lieder, Musik, offenes Mikrofon.
Anschließend Demozug durch die Königstraße. Abschlusskundgebung an der Mahnwache am Hauptbahnhof.

Die SeniorInnen gegen Stuttgart21 erklären dazu:

"Die Parkzerstörungen im Rosenstein nehmen nun das Ausmaß an, das wir schon lange befürchtet haben. Wir wussten ja, dass die Bäume, die dem unsäglichen Projekt Stuttgart 21 im Wege stehen, trotz aller Proteste irgendwann gefällt werden. Aber da ja die Hoffnung zuletzt stirbt, hofften auch wir, dass vielleicht doch noch ein „Wunderle“ geschehen würde, vielleicht aber auch „nur“, dass das Eisenbahnbundesamt in diesem Falle einmal k e i n e Ausnahmegenehmigung zur Fällung der Bäume erteilen würde.

Doch jetzt ist es bittere Wahrheit geworden, denn nicht zum ersten Mal wurde hier wieder einmal eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Solche Ausnahmegenehmigungen scheinen ja beim Eisenbahnbundesamt inzwischen keine Ausnahme mehr zu sein, sondern Standard, wenn es sich um die Genehmigungen für das unsägliche Projekt Stuttgart 21 handelt. Hauptsache, der Bau von Stuttgart 21 kann weitergehen, scheint schon seit Jahren Prämisse dieses Amtes zu sein! Wessen Amt? Unser Amt! Von wegen … Manchmal nehmen diese Ohnmachtsgefühle überhand und man hat keine Lust mehr, überhaupt noch dagegen zu sein. Aber nur manchmal!

Als wir die Aktion für den Jahrestag der Parkzerstörung und des Landraubs zum 14. Februar planten, ahnten wir nicht, dass genau zu diesem Datum auch die massive Zerstörung von Teilen des Rosensteinparks im Gange sein würde. Dagegen haben aktive Parkschützer direkt am Ort des Geschehens protestiert, wenn auch leider vorerst sehr wenige. Der Protest wird sicherlich weitergehen. Und wir haben uns nun kurzerhand entschlossen, die Protestkundgebung nicht bei der Lusthausruine zu beenden, sondern an der Mahnwache. Einem Ort, der zentral liegt, über Stuttgart hinaus bekannt ist und seit Jahren  d e r  informative Treffpunkt der Parkschützer ist. Wir wollen nicht traurig an der Brache stehen. Wir wollen inmitten unserer Stadt zeigen, dass wir nicht aufhören werden mit unseren Protesten und dem „kritischen Begleiten“ dieses Immobilienprojektes. Dieser Abschlussort wurde heute auch beim Amt für Öffentliche Ordnung angemeldet.Deshalb heute nochmals unser Aufruf an alle Parkschützer und solche, die es (noch) werden wollen:

Kommt am 14. Februar zu unserer Versammlung!

Zeigt, dass wir noch immer standhaft, unverdrossen und mutig gegen diese Parkzerstörungen eintreten!

Zeigt mit Eurer Teilnahme,  wie wichtig diese Grünzonen für uns und die darin lebenden Tieren sind und dieser Park Rückzugsort zahlreicher Tierarten ist, die geschützt werden müssen. Protestiert mit uns dafür, dass der Rosensteinpark nicht von Wirtschaftsinteressen missbraucht und zerstört werden darf.

Aber wir wissen auch, dass oberste Behörden unter Anweisung von Regierungsstellen Gesetze kurzfristig – unter Druck und Anweisung der Wirtschaft – aushebeln und Denkmalschutz- und Umweltschutzgesetze nur so lange Bestand haben, wie es Politik und Wirtschaft (Investoren) passt. Dagegen protestieren wir am 14. Februar."

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5 Kommentare zu Landraub und Parkzerstörung – Wir protestieren am 14. Februar!

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  2. Dorothea Geiges sagt:

    Sehr, sehr, sehr gut, Ihr Alle, die ihr dem
    Verbrechen nicht nachgebt!

    Sehr gut, die Mahnwache als Ziel.

    OBEN BLEIBEN!

    Dorle

  3. Christa Schmetzer sagt:

    Ich danke allen die an der Front des Protestes stehen. Ich bin im Hintergrund, denke mit, bete. Ja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Nur so können wir ja überlegen.
    Allen eine erfolgreiche Zeit am heutigen Tag in Stuttgart. Ich schaue dann in den Landesnachrichten.

  4. Heidi sagt:

    Ich möchte immer wieder mein Gedicht aufzeigen:

    Unsre Bäume

    Diese Bäume hab’n wir lange hoch verehrt,
    sie haben unsre Stadt mit Leben reich genährt.
    Sie haben für uns so manchen Dreck verwandelt,
    sonst hätten wir noch mehr Gift uns eingehandelt.
    Im Städtle unterwegs in Staub und in der Sonne Glut,
    gaben sie uns Schatten, und wir waren wieder ausgeruht.

    Der Schlossgarten war für die Stadt stets ein Heiligtum.
    Die Bauplanung musste machen immer eine Bogen drumrum.
    Was immer sie sich dazu haben ausgedacht,
    war schnell vom Tisch gewischt und kam nicht in Betracht.

    Vorbei soll dieser Segen für uns nun sein,
    denn unsre Oberen hauen jetzt alles kurz und klein.
    Da ist kein Fleckchen in der Stadt mehr sicher.
    Baumeister Schuster geht ran wie Blücher.
    Auch die Grünen denken nur an Macht,
    da kommt man so auf manchen Verdacht.
    Für die Regierung gibt es kein wenn und aber,
    was hier geschieht, ist nur noch makaber.

    Für viele geht es ja um sehr viel Geld.
    Das ist so üblich heut auf unsrer Welt.
    aller Zufriedenheit steht lang nicht mehr an erster Stelle,
    es zählt allein: mehr, mehr, und das ganz schnelle.
    Die Sucht nach Wachstum fordert der Opfer viele,
    und dafür werden gespielt die übelsten Spiele.

    Wenn all die Bäume werden fallen,
    wird sich mein Herz zusammenkrallen.
    Wir werden schluchzen, schreien, weinen,
    und unsre Tränen werden sich vereinen.
    Viele andern werden über uns lachen,
    unsre Trauer und Wut zum Gespött dann machen.
    Werden sie es irgendwann einmal verstehen?
    Doch unsre Bäume werden nicht mehr auferstehen.

    Heidi Malzacher, Stuttgart

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