Peter Grohmanns Wettern der Woche am 8.6.2026
(Diesmal ohne Film)
Die Schleimspur der Knochenbrecher führt direkt ins Weiße Haus und endet in der größten, wichtigsten und teuersten Weltmeisterschaft aller Zeiten: Zwei Diktatoren mit grandiosem Zungenkuss im Friedensrat. Die größte WM der Geschichte? Darunter macht's heute niemand mehr. Die beiden Stürmer sind verliebt – Infantino lebt eigentlich in Donalds Wohnzimmer: Wann wir schreiten Seit' an Seit' und die alten Lieder singen, fühlen wir: Es muss gelingen! Mit uns zieht die neue Zeit. Ob nun Gaza, Grönland oder Golf: Gianni ist immer am Ball: Ein dreifacher Rittberger des Beifalls an alle Schurken der Welt – und auch hier der würdige Nachfolger von Sepp Blattner.
Fußballfreud, Du mögest in interessanten Zeiten leben, soll eine chinesische Verwünschung lauten – und dafür tief, ganz ganz tief in die Tasche greifen: Der erste öffentliche Ticketverkauf für die Weltmeisterschaft 2026 zeigte angeblich, dass die FIFA bis zu 10.990 US-Dollar für die Teilnahme am Finale verlangte. Am End' werden's 3 Milliarden US-Dollar sein, die in die Fifa-Kasse fließen.
Beim dem Ticket-Preis braucht man einen Zweitjob und eine weiße Haut, denn Preis hin oder her: Ein falsches Wort, und die ICE zeigt Dir, wo der Bartel den Moscht holt, wie meine Omi Glimbzsch in Zittau gern sagt.
Der Fußballfreund als solcher verzeiht schon mal ein Foul auf dem Spielfeld – alles jenseits der Arenen geht ihm meistens zur Zeit am Allerwertesten vorbei. Er will er in diesen prächtigen Tagen das Leder laufen sehen und nix vom liberalen Rechtsstaat hören, egal wo. Die Sache mit der Demokratie müssen die Amis schon allein machen, nach der Endrunde. Wer's glaubt, wird selig, hör' ich da die alte Glimbzsch orakeln.
Könnt' sein, dass Fußball, Fairness und Faktentreue nicht drei Paar Stiefel sind. Dafür lohnt es sich, unbeirrt am Ball zu bleiben, den Schiedsrichtern auf die Finger zu schauen und die Nationalhymen endlich auch mal richtig falsch zu singen. Aber nicht vergessen: Nach den gewaltigen Korruptionsskandalen vor 10 Jahren erfand die Fifa eine unabhängige Governance-Kommission, stärkte den Ethikunterricht und gründete einen Menschenrechtsbeirat – Infantino hat alle gezielt gekillt.
Das vollbesetzte Stadion antwortete: „Toooooor!“.






