Peter Grohmanns Wettern der Woche am 12.10.2026
Frag dich jetzt mal öfters, ob die Welt verrückt geworden ist (oder nur Du) oder ob nur die Verantwortlichen ihre letzten Hemmungen verloren haben. Donald Trump lässt Selensky fallen – nu und? Die Ukraine war doch eh' für den Ami ein Gebrauchtwagen mit zu vielen Kilometern. Die USA, trotz ihrer 100 Angriffskriege, Militär-OPs oder getarnter Abwehrkämpfe, waren ja einstens der geachtete Hüter von Freiheit und Democracy (CIA hin oder Sklaverei her). Heute sehen sie eher oll und verbraucht aus, mit einem Daddy, der den Weltfrieden gefährdet und offenbar nicht recht bei Troste ist. Ja, die anderen auch. Doch Trumps klerikale Wiederkäuer, Vorredner oder Hintermänner halten als Strippenzieher weltweit wichtige Fäden in der Hand.
Da ist es doch kein Trost, dass andernorts ähnliche Übelkrähen ihre Geschäfte mit Rassenhass und Rechtsradikalismus, Gewalt, Desinformation und Dummheit machen! Moral und Vernunft gehören eben nicht zu den Währungen, mit denen an den Börsen der Welt gehandelt wird. „Die Demokratie müßt' halt mal ins Pflegeheim“, sagt meine Omi Glimbzsch in Zittau. Pech gehabt: Die Pflegerinnen sind längst in den Westen abgehauen, den Ärzten hinterher: Herzliche Grüße aus Zürich, Basel und St. Gallen. Dass hier in den nächsten 10 Jahren rund 160.000 Plätze in den trauten Heimen fehlen – bis zu 300.000 Pflegebetten in 25 Jahren – juckt eigenartigerweise die jung scheinenden Entscheider wenig. Wer wechselt ihre Windeln, wenn's mal stinkt?
Demokratie ist ein Krimi, bei dem alle die Täter kennen, die ihr an den Kragen wollen – aber was heißt schon wollen! Die Leute, die vorvorgestern unsere Gesellschaft aufbauten, haben eine Menge Müll mitgenommen. Heute warten sie vergebens auf Blüms sichere Renten – beide sind so unsicher wie die Wahlausgänge übermorgen. Da sollte man sich öfter, viel öfter wieder an die Worte von Reichskanzler Wirth bei der Trauerfeier für den ermordeten Walther Rathenau erinnern, gerichtet an die Rechtsnationalen: „Da steht der Feind, der sein Gift in die Wunden eines Volkes träufelt. Da steht der Feind, und darüber ist kein Zweifel: Dieser Feind steht rechts!“






