Übersicht über die Auswirkungen der Konzepte S21 und K21 auf die Murrbahn Schwäbisch Hall-Hessental – Stuttgart

Stuttgart 21

Die RE-Linie Nürnberg – Schwäbisch-Hall-Hessental – Stuttgart fährt wie bisher im 2-Stunden-Takt. Zwischen Hessental und Backnang hält sie nur noch in Gaildorf West und in Murrhardt. Die Fahrzeit Hessental – Stuttgart verkürzt sich auf 57 Min.

Zusätzlich fährt eine stündliche RB-Linie Schwäbisch Hall-Hessental – Stuttgart – Stuttgart Flughafen – Herrenberg. Von Herrenberg wird alternierend alle 2 Stunden entweder als RB nach Freudenstadt und Rottweil (Zugteilung in Eutingen) oder als RE nach Singen gefahren. Die Fahrt ab Hessental dauert nach Stuttgart Hbf 59 Minuten und zum Flughafen 72 Minuten.

Die Murrbahn profitiert also nicht von der in der S21-Werbung lange Zeit versprochenen Verdichtung des Angebotes auf allen Strecken auf einen Halbstundentakt. Bei den meisten Halten bleibt es wie bisher beim Stundentakt.

Die spürbaren Kürzungen der Fahrzeit zwischen Hessental und Stuttgart um eine runde Viertelstunde werden durch spurtstärkere neue Triebzüge und damit verbunden einem besseren Fahrplan auf der eingleisigen Strecke Hessental – Backnang ermöglicht. Das führt bis Backnang zu einer Beschleunigung um 14 Minuten. Von Backnang nach Stuttgart Hbf verkürzt sich die Fahrzeit durch S21 gerade einmal um 2 Minuten.

In welchem Ausmaß in der Verkehrsspitze zusätzliche Züge wie heute (zwischen 7 und 8 Uhr kommen nicht 1 sondern 3 Züge von Hessental in Stuttgart an) das Angebot verdichten können, hängt davon ab, zu welchen Zusatzinvestitionen DB und Land bereit sind. Die Schlichtung hat gezeigt, dass der geplante 8gleisige Tunnelbahnhof nicht in der Lage sein wird, zwischen 7 und 8 Uhr das heutige Angebot mit vielen Zusatzzügen zu verkraften.

Stuttgart 21 wird die Pünktlichkeit verschlechtern, denn in dem zu kleinen Bahnhof müssen alle Gleise in dichten Abständen belegt werden, so dass ein Zug seine Verspätung auf mehrere andere Züge überträgt. Anschlüsse für Umsteiger werden schlechter, denn die durchschnittliche Wartezeit beim Umsteigen wird länger sein als heute, weil der Fahrplan sich nicht an Anschlüssen orientiert sondern an der Frage, wann in dem Minibahnhof Platz für einen Zug ist.

Kopfbahnhof 21

Die RE-Linie Nürnberg – Schwäbisch-Hall-Hessental – Stuttgart fährt wie bisher im 2-Stunden-Takt. Ab Hessental wird sie auf einen ganztägigen vollwertigen 30-Minuten-Takt von und nach Stuttgart verdichtet. Dabei bedienen alle Züge zwischen Hessental und Backnang alle Zwischenhalte. Die Fahrzeit Hessental – Stuttgart verkürzt sich auf 61 Minuten.

In Bad Cannstatt besteht halbstündlich ein guter Anschluss auf die neue Tangenten-S-Bahn, die von Bad Cannstatt ohne Unterwegshalt in 12 Minuten direkt zum Flughafen fährt. Der Flughafen ist also nicht direkt sondern mit Umstieg in Bad Cannstatt erreichbar, dafür besteht aber nicht nur stündlich sondern halbstündlich eine Verbindung mit einer attraktiven Fahrzeit von 78 Minuten zwischen Hessental und Flughafen.

Bei K21 bekommt auch die Murrbahn einen echten Halbstundentakt nach Stuttgart für alle Bahnhöfe.

Die Fahrzeit zwischen Hessental und Stuttgart kann wie bei S21 wegen moderner Fahrzeuge drastisch gekürzt werden, ist aber wegen der langsamen Einfahrt in den Kopfbahnhof und einem etwas entspannteren (und damit zuver-lässigeren)  Fahrplan 4 Minuten länger.

In der Verkehrsspitze ermöglicht der Erhalt des 16gleisigen Kopfbahnhofs bedarfsabhängig den Einsatz von stündlich 2 weiteren RB-Zügen Hessental – Stuttgart und umgekehrt. Bei entsprechendem Bedarf kann also zwischen Hessental und Stuttgart auch in einem ungefähren Viertelstundentakt gefahren werden.

Der Erhalt des 17gleisigigen Kopfbahnhofs und der Ausbau der Zulaufstrecken führt zu einer verbesserten Pünktlichkeit. Dank des Taktfahrplans nach Schweizer Vorbild, bei dem sich alle halbe Stunde die Züge fast aller Linien im Kopfbahnhof zum „Rendezvous“ treffen, verkürzt sich die durchschnittliche Wartezeit beim Umsteigen gegenüber heute.

Fazit: Für die meisten Halte der Murrbahn verbessert sich das Angebot durch S21 nicht. Lediglich, wenn Sie regelmäßig in Richtung Böblingen, Freudenstadt oder Singen fahren, profitieren Sie von den umsteigefreien Verbindungen. Der auf Jahrzehnte einbetonierte Engpass S21 wird aber für ständige Verspätungen und verpasste Anschlüsse sorgen. Das Alternativkonzept K21 beschert auch der Murrbahn einen echten Halbstundentakt, verbessert die Leistungsfähigkeit des Stuttgarter Knotens sondern kostet auch noch viel weniger!

2 Kommentare zu Übersicht über die Auswirkungen der Konzepte S21 und K21 auf die Murrbahn Schwäbisch Hall-Hessental – Stuttgart

  1. EP sagt:

    Hallo,

    kann mir jemand bitte die Quelle nennen wo die DB den Zweistundentakt und dass der Zug nur noch in Gaildorf und Murrhardt halten wird, nennt ?
    Ist für uns hier in Landkreis SHA sehr wichtig.

    Vielen Dank.

  2. EP sagt:

    Zu Fahrzeitverkürzung Schw. Hall Hessental – Stuttgart auf ca. 1 Stunde ist bereits seit 2008 geplant (na ja eher versprochen) und hat damit ob der Bahnhof verbuddelt wird oder nicht nichts zu tun : http://www.bahnnews.info/archiv/bernov08.htm

    Der Kreuzungsbahnhof Fornsbach sei für die Beschleunigung der Nahverkehrszüge auf der Murrbahn zwischen Crailsheim, Schwäbisch-Hall und Stuttgart wichtig. Heute müssten die Züge in Murrhardt kreuzen und dort Gegenzüge abwarten, um auf der eingleisigen Strecke weiter in Richtung Stuttgart fahren zu können. Mit dem neuen Bahnhof könnten die Züge künftig in Fornsbach kreuzen. Dies ergäbe einen Reisezeitgewinn von acht Minuten je Zug. „Damit können wir die Reisezeit zwischen Schwäbisch-Hall-Hessental und Stuttgart auf circa eine Stunde verkürzen.“

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