Übersicht über die Auswirkungen der Konzepte S21 und K21 auf die Strecke Heilbronn – Stuttgart

Stuttgart 21

Die RE-Linie Würzburg – Heilbronn – Stuttgart sollen stündlich fahren und von Stuttgart Hbf weiter über Stuttgart Flughafen und die Neubaustrecke nach Ulm fahren. Die in der S21-Propaganda beworbene Verlängerung nach Friedrichshafen ist nur als „Option“ vorgesehen.  Die Fahrzeit zwischen Würzburg und Heilbronn bleibt entspricht der heutigen Fahrzeit.

Die RB-Züge Heilbronn – Stuttgart fahren wie bisher halbstündlich. Sie sollen auch halb-stündlich in Nordheim halten. Es gibt zwei stündlich fahrende Linien: Eine Linie kommt von Osterburken (mit Halt auf allen Zwischenstationen) nach Heilbronn, die zweite Linie kommt als RE von Mannheim (alternierend je alle 2 Stunden über Eberbach oder Sinsheim). Beide Linien fahren von Stuttgart weiter nach Tübingen über Plochingen. Es besteht also alle 30 Minuten eine durchgehende Verbindung Heilbronn – Tübingen, wegen der vielen Unterwegshalte aber mit einer relativ langen Fahrzeit von 96-106 Minuten.

Zwischen Heilbronn und Stuttgart verkürzt sich die Fahrzeit beim RE um 3 Minuten und bei der RB um 5 Minuten. Vor allem die Verkürzung bei der RB findet hauptsächlich im Streckenabschnitt Heilbronn – Bietigheim statt und ist dem Einsatz spurtstärkerer moderner Züge zu verdanken.

In welchem Ausmaß in der Verkehrsspitze zusätzliche Züge wie heute (zwischen 7 und 8 Uhr kommen nicht 3 sondern 5 Züge von Heilbronn in Stuttgart an) das Angebot verdichten können, hängt davon ab, zu welchen Zusatzinvestitionen DB und Land bereit sind. Die Schlichtung hat gezeigt, dass der geplante 8gleisige Tunnelbahnhof nicht in der Lage sein wird, zwischen 7 und 8 Uhr das heutige Angebot mit vielen Zusatzzügen zu verkraften.

Stuttgart 21 wird die Pünktlichkeit verschlechtern, denn in dem zu kleinen Bahnhof müssen alle Gleise in dichten Abständen belegt werden, so dass ein Zug seine Verspätung auf mehrere andere Züge überträgt. Anschlüsse für Umsteiger werden schlechter, denn die durchschnittliche Wartezeit beim Umsteigen wird länger sein als heute, weil der Fahrplan sich nicht an Anschlüssen orientiert sondern an der Frage, wann in dem Minibahnhof Platz für einen Zug ist.

Kopfbahnhof 21

Die RE-Linie Würzburg – Heilbronn – Stuttgart fährt täglich im 1-Stunden-Takt statt wie bisher im 2-Stunden-Takt mit Verdichtungen. Sie endet nicht mehr in Stuttgart sondern fährt weiter über Reutlingen – Tübingen nach Albstadt. Sie wird mit Neigetechnikzügen befahren, die zwischen Würzburg und Heilbronn 11 Minuten schneller sind und verbesserte Anschlüsse (z. B. in Lauda) ermöglichen. In Heilbronn wird die Schaffung eines vollwertigen Taktknotens zur vollen Stunde möglich. Die Fahrt Heilbronn – Tübingen dauert 89 Min.

Die RB-Züge Heilbronn – Stuttgart fahren wie bisher halbstündlich. In Nordheim kann wie bisher nur stündlich gehalten werden. Stündlich kommen die Züge wie bei S21 von Mannheim, die anderen Züge setzen in Heilbronn ein. Beide Linien fahren von Stuttgart Hbf weiter über Stuttgart-Vaihingen zum Flughafen. Von dort fahren die von Mannheim kommenden Züge über die Neubaustrecke nach Ulm und weiter über Friedrichshafen nach Lindau. Die in Heilbronn einsetzenden Züge fahren über Nürtingen – Reutlingen weiter nach Tübingen.

Die Fahrzeiten zwischen Heilbronn und Stuttgart können wie bei S21 wegen moderner Fahrzeuge gekürzt werden, sind aber wegen der langsamen Einfahrt in den Kopfbahnhof 1-2 Minuten langsamer.

In der Verkehrsspitze ist eine zusätzliche Linie von Osterburken (als RB) über Heilbronn (weiter als RE) nach Stuttgart und von dort weiter nach Geislingen vorgesehen, die alle halbe Stunde für eine schnelle Verbindung Heilbronn – Stuttgart sorgt. Der Erhalt des 16gleisigen Kopfbahnhofs ermöglicht bedarfsabhängig den Einsatz von stündlich 2 weiteren RB-Zügen Heilbronn – Stuttgart und umgekehrt und damit einen ungefähren Viertelstundentakt der RB-Züge.

Der Erhalt des 17gleisigigen Kopfbahnhofs und der Ausbau der Zulaufstrecken führt zu einer verbesserten Pünktlichkeit. Dank des Taktfahrplans nach Schweizer Vorbild, bei dem sich alle halbe Stunde die Züge fast aller Linien im Kopfbahnhof zum „Rendezvous“ treffen, verkürzt sich die durchschnittliche Wartezeit beim Umsteigen gegenüber heute.

Fazit: Wenn Sie nicht zufällig ständig von Heilbronn, Bietigheim oder Ludwigsburg zum Stuttgarter Flughafen oder nach Ulm fahren wollen bringt S21 für Sie keine Verbesserungen. Der auf Jahrzehnte einbetonierte Engpass S21 wird aber für ständige Verspätungen und verpasste Anschlüsse sorgen. Das Alternativkonzept K21 dagegen verbessert nicht nur die Leistungsfähigkeit des Stuttgarter Knotens sondern kostet auch noch viel weniger!

Ein Kommentar zu Übersicht über die Auswirkungen der Konzepte S21 und K21 auf die Strecke Heilbronn – Stuttgart

  1. Horst sagt:

    Hallo zusammen,
    heute war in SWR1-Leute Edzard Reuter zu gast und er hat sich klar gegen S-21 ausgesprochen.
    http://mp3-download.swr.de/swr1/bw/leute/edzard-reuter-ex-daimler-vorstandsvorsitzend.12844s.mp3

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