Presseerklärung: S21-Tunnel unter Stuttgart: Über 300 Bürger informierten sich

Eigentum von 1.400 Stuttgartern ist direkt betroffen

Stuttgart, 16. September 2012: Über 300 Betroffene kamen am gestrigen Samstag ins Stuttgarter Rathaus: Die S21-Tunnelpläne der Bahn bringen massive Nachteile und Risiken für viele Stuttgarter Wohngebiete mit sich, von Feuerbach über den Killesberg, das Kernerviertel, die Gänsheide, Gablenberg, Wangen bis nach Ober- und Untertürkheim – und überall regt sich Widerstand gegen die Zumutungen der Bahn.

Das Aktionsbündnis gegen S21 und der Trägerverein der Parkschützer, der Umkehrbar e.V., hatten die Betroffenen in den Großen Sitzungssaal eingeladen. Zum einen gaben Geologen und Ingenieure Auskunft über die tatsächlichen Probleme und Risiken, die die Tunnelpläne der Bahn mit sich bringen. Zum anderen informierten die verschiedenen Netzwerke sowie Juristen, was die betroffenen Eigentümer und Mieter konkret tun sollten, um ihre Interessen zu wahren. Allen voran stand hier die eindringliche Empfehlung, die von der LBBW-Tochter ,Landsiedlung‘ angebotenen Verträge zur Unterfahrung nicht zu unterschreiben.

„Bahn und Politik sollten die Stuttgarter endlich ernst nehmen statt weiter ungenießbare Beruhigungspillen zu verteilen“, sagt Dr. Norbert Bongartz, Sprecher des Aktionsbündnisses gegen S21. „Der große Zustrom ins Rathaus zeigt: Die Stuttgarter sind nicht bereit, tatenlos zuzusehen, wie ihre Grundstücke und ihre Interessen von der Bahn untergraben werden! Und sie sind erst recht nicht bereit, sich mit einer Talkshow im Fernsehen am Sonntag Abend abspeisen zu lassen, wenn es um die Sicherheit und den Wert ihrer Häuser geht.”

Die Bahn weigert sich seit Jahren, eine geotechnisch fundierte Aussage zur Sicherheit der betroffenen Wohnhäuser zu machen. Angesichts dieser Sachlage muss die Stadt, muss Baubürgermeister Hahn endlich die Konsequenzen ziehen und im Interesse der Stuttgarter Bürger die beantragte 7. Planänderung ablehnen.

Die Expertenvorträge vom Samstag sind bei Flügel-TV als Video online: http://www.fluegel.tv/beitrag/4843
Im Laufe des heutigen Tages werden auch die gezeigten Folien auf bei-abriss-aufstand.de online gestellt.

Besonders hervorzuheben:

  • Auf den Karten klar zu erkennen: während sämtliche Stuttgarter U- und S-Bahnen bislang ausschließlich unter Straßen gebaut wurden (das einzige Gebäude über einer U-Bahn-Linie wurde nach der U-Bahn gebaut), sollen die S21-Tunnel kreuz und quer unter den Wohnhäusern verlaufen – tausende Bürger sind direkt betroffen.
  • Der Geologe Dr. Jakob Sierig legte dar, dass Gipskeuper-Quellungen aufgrund des enormen Quelldrucks auch in 120 Meter Tiefe noch Schäden an darüberstehenden Häusern verursachen können. Daraus folgt, dass die Beweissicherungsgrenzen von der Bahn viel zu eng gesetzt wurden. Er erläuterte auch den geologischen Mechanismus, durch den die Infiltration großer Mengen abgepumpten Grundwassers gerade in den sehr tief liegenden Bochinger Horizont zu Hangrutschungen führen kann.

Auch bei der morgigen 140. Montagsdemo (17. September ab 18 Uhr auf dem Stuttgarter Marktplatz) wird es noch einmal um die Interessen der Anwohner gehen, sowie um die Weigerung der Bahn, ein geotechnisches Gutachten für das Kernerviertel vorzulegen. Unter anderem spricht Frank Schweizer vom Netzwerk Kernerviertel.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, PSPE abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

1 Antwort zu Presseerklärung: S21-Tunnel unter Stuttgart: Über 300 Bürger informierten sich

  1. Pingback: IO-Newsletter 16.09.2012: So haben wir uns das aber gar nicht vorgestellt! | InfoOffensive Baden-Württemberg

Kommentare sind geschlossen.