Kommentar zu Schusters Abgang

Wolgang Schuster war als OB eine traurige Gestalt, denn er war sich für keine Dummheit und keine Peinlichkeit zu schade. Im Namen der Stadt hat er sich mit dem Kauf wertlosen Bahngeländes um viele hundert Millionen betrügen lassen. Gleich dem betrogenen Kind, das voll Stolz sein Glitzerpapierchen verteidigt, hinterging und ignorierte er all diejenigen, die den Betrug beim Namen nennen.

Den Bürgerentscheid, den er vor seiner Wahl versprochen hat, verhinderte er durch voreilig geleistete Unterschriften zu Lasten der Stadt. Die Bürger und Bürgerbegehren hat er immer wieder systematisch hintergangen, so 2007 zum Thema S21 und 2012 zum Thema LBBW. Er verweigerte sich jeder Argumentation - statt dessen glänzte er mit dümmlichen Bemerkungen, wie etwa sein Kommentar zu den Ausschreitungen der Polizei am Schwarzen Donnerstag: In Schusters Welt soll nicht etwa die Polizei für die Unversehrtheit der Demonstranten sorgen, nein, Kinder und Jugendliche sollen von Demonstrationen ferngehalten werden. Der Schlossgarten als Seele der Stadt hatte in Schusters Welt keinen Platz.

Schusters Amtszeit endet mit der mutwilligen Aufgabe von Ansprüchen der Stadt gegenüber der Bahn. Traurig, aber wahr.

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9 Responses to Kommentar zu Schusters Abgang

  1. Uwe Mannke sagt:

    ob freigeschaltet oder nicht, das muss hier gesagt werden: Die hier zitierte angemeldete Schüler-Demo am 30.9. und ihre Durchführung vor dem Hintergrund eines in der Luft liegenden PS-Alarms, der schließlich zwingend zu einer einer z.T. aktiven Teilnahme an der Verhinderung des ungesetzlichen Faktenschaffens im MSG als Widerstandsaktion führte, ist kein Ruhmesblatt für die verantwortlichen Organisatoren. Nach meinem Gefühl handelt es sich hier um eine zumindest fahrlässige Instrumentalisierung zum großen Teil politisch Unmündiger. Dass hier die Regierung und die Polizei ihrerseits sträflich gehandelt haben, macht diesen Teil des Protests für die dafür Verantwortlichen nicht besser. Es sind immer die Jungen, die den Kopf hinhalten, wo den Älteren ihre ruhige Welt und ihr Privatleben lieber ist. Der Protest der mehreren 10.000 hielt sich schließlich in Grenzen und ließ sich „widerstandslos“ weggeschlichten. Klar, dass Schuster unseren Protest letztlich nie ernst nehmen musste.

    • So ein Quatsch: Die Schülerdemo war schon seit viel längerer Zeit geplant, doch nicht erst, als wir Infos hatten, dass ein Polizei-Großeinsatz für S21 bevorstand. Erst wenige Tage vor dem 30.9. wurde klar und offensichtlich, dass im MSG was passieren wird. Bitte halte Dich an die historischen Abläufe.

    • Dominik sagt:

      Peter Hauk (CDU): „Ich finde es unverantwortlich von Müttern und Vätern, dass sie ihre Kinder nicht nur mitnehmen, sondern auch in die erste Reihe stellen.“ (Quelle: Spiegel online)

      Uwe Mannke: „Nach meinem Gefühl handelt es sich hier um eine zumindest fahrlässige Instrumentalisierung zum großen Teil politisch Unmündiger.“ (Quelle: BAA, s.o.)

      Wer findet Ähnlichkeiten?

  2. Thomas Renkenberger sagt:

    Lieber Uwe,
    was für eine absurde Argumentation für eine Demokratie: Da sollen die Organisatoren der angemeldeten und genehmigten Schülerdemo mitverantwortlich sein für den Zusammenhang mit dem brutalen Polizeieinsatz, weil ein PS-Alarm „in der Luft “ lag? Hätten sie in vorauseilendem Gehorsam die Demo absagen sollen, weil Mappus und die DB AG das von ihnen erhofft hätten? In Diktaturen ist so etwas vielleicht üblich.
    Wenn es denn so gewesen wäre – viel wahrscheinlicher ist, dass die Mappus-Clique auf eine gewalttätige Reaktion (Rechs „Pflastersteine“) der friedlichen Demonstranten rechnete, um die Kriminalisierungskampagne vorantreiben und den bürgerlichen Protest abspalten zu können. Brutalst-Kochs ehemaliger Medienberater Metz saß in der Villa Reitzenstein und zog die Fäden – das zur Erinnerung. Weitere Details können folgen.
    Auch das „Kopf-Hinhalten“ im Park ist falsch: die schwersten physischen Verletzungen trugen Erwachsene davon. Und seit Jahren sind es nicht zuletzt die sogenannten Älteren, die „den Kopf hinhalten“, egal wo.
    Zum Schlusssatz will ich mich lieber nicht äußern, sonst entgleitet mir der Stil.
    Eine Erläuterung zu deiner empathischen Einfühlung in Schusters Kalkül bist du an dieser Stelle schuldig.

  3. Pingback: IO-Newsletter 01.06.2013: Neues Jahr, neues Glück | InfoOffensive Baden-Württemberg

  4. Ja, es gab „verantwortliche „Organisatoren“. Nur diese saßen in ihren Einsatzzentralen (Innenministerium, Villa Reitzenstein, …) und haben den Schwarzen Donnerstag auch zu verantworten. Sie heißen wohl Stefan Mappus, Heribert Rech, Polizeipräsident Stumpf, …

    Niemand konnte von den friedlichen Demonstranten in die Zukunft schauen. Und instrumentualisiert wurde die beim Ordnungsamt Stuttgart ordnungsgemäß angemeldete Schülerdemo mutmaßlich von den Verantwortlichen in ihren Einsatzzentralen. Die Einsatzplaner dieses ungeheuerlichen Vorgehens der Polizei konnten ihre geplanten Aktionen und Befehle im Bewusstsein mit der Schülerdemo ins Kalkül nehmen. Wohlgemerkt: Der Polizeieinsatz am 30. September 2010 schützte zu diesem Zeitpunkt ungenehmigte Baumfällarbeiten, die das zuständige EBA erst kurz zuvor verboten hatte! Der Polizeieinsatz setzte also eine illegale Aktion durch. Wie der wirkliche Polizeieinsatz an diesem schrecklichen Tag lautete, wurde nicht einmal in dem damaligen fadenscheinigen und fragwürdigen Untersuchungsausschuss der Öffentlichkeit transparent gemacht. Bis heute nicht.

    Wer die für diesen Tag angemeldete Schülerdemo instrumentualisiert hat, handelte verbrecherisch. Diesen Vorwurf müssen sich die Verantwortlichen des Polizeieinsatzes gefallen lassen. Die Schülerdemo an diesem Tag war friedlich – so wie insgesamt die ganze Protestbewegung bis heute es war.
    Ich war um halb neun Uhr im MSG an der Parkwache. Später, um etwa 11 Uhr haben mehrere Personen (mit gelber Weste), die nicht als Polizeibeamte zu erkennen waren Jugendliche geschlagen und getreten, und diese am betreten des öffentlich zugänglichen Parks hindern wollen. Ich habe Polizeikräfte erlebt, die ohne dass sie in irgendeiner Weise von Demonstranten angegriffen wurden auf einmal ihr Helmvisier runterklappten und friedliche Demonstranten in den ersten Reihen der Polizeikette mit Pfefferspray und anderem Reizgas traktierten. Herr Schuster rechtfertigt diese Art der Gewalt. Er hat sich mehrfach als Lügner geoutet. Er manipulierte/beeinflusste die Volksabstimmung des Landes Baden-Württemberg. Er ist uneinsichtig und hat der Stadt Stuttgart, nicht zuletzt durch die LBBW Geldzuwendung, einen sehr hohen Schaden zugefügt. Leider muss ich feststellen: Herr Schuster ist nicht nur eine traurige Gestalt. Und er ist nicht nur ein hoffnungsloser Fall. Dahinter steckt mehr!

    Daher ist es wichtig, dass wir Alle mit Zivilcourage immer weiter friedlich weitermachen. Vielleicht leben wir einestages in einer Welt, in der nicht solche „Gestalten“ wie Herr Schuster Ehrenbürger einer Stadt werden können.

  5. Liane sagt:

    @Uwe: Also ich muss auch sagen: wo hast du die Monate vor dem 30. verbracht? die Schüler-demo war lange, lange vorher angemeldet und es wurden tausende von Flyern verteilt!!! das war ja auch das mekrwürdige und deswegen strafbare für mich, dass jeder Hempel wissen konnte (Polizei, Politiker, Klartext und Reflex-Gegen-Gegner) dass eine „Bildung statt s21“ stattfinden sollte… und wer des Verstandes mächtig war hätte eins und eins zusammenzählen können und wissen, dass diese Jungendlichen immer bei den Demos waren, diese SMSversierte Gruppe sich informieren und aktivieren konnte (niemand wurde gezwungen sich in den SMS Verteiler zu begeben…)
    Für mich ist und bleibt klar: es war politisch, medial gewollt!! vom METZ, Mappus und Schuster und co!!! es sei den du unterstelltst, dass die nicht lesen und nicht denken können!!!

  6. Niklas sagt:

    Hallo Uwe,

    1. Die Schülerdemo handelte im Thema nicht um S21, sondern um Bildung.
    2. Die Schülerdemo war schon seit August für den 30.09. angemeldet, also lange bevor überhaupt an einen Einsatz im Schloßgarten seitens der damaligen Legislative und Exekutive auch nur gedacht wurde.
    3. Es mag so sein, daß sich etliche Schüler davon für den Fall der Fälle für den SMS-Alarm eingetragen hatten. Doch sind sie dann aus freien Stücken dahingegangen/-geeilt und wurden mitnichten von Erwachsenen „vorgeschickt“.

    Hoffe, dem Gedächtnis wieder ein wenig auf die Sprünge geholfen zu haben,
    Niklas

  7. Elisabeth B. sagt:

    …irgendein Bürger(meister) von Stuttgart hat in einem Leserbrief damals gegen die „offizielle Linie“ geschrieben/gehalten, weil seine Tochter und deren FreundInnen auch im Park waren. Meines Wissens wurde er nie von der Presse zum Interview eingeladen. Leider weiß ich nicht mehr, wie er hieß.
    Die Reaktionen der Politiker damals, sind mir bis heute unverständlich. …. Gefühle, Mitleid, gesunder Menschenverstand, Nachdenklichkeit…Mangelware!

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