Presseerklärung: Parkschützer und Aktionsbündnis setzen neues Zeichen für Erhalt des Schlossgartens

Säaktion und Parkfest für Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger

Stuttgart, 7. April 2011: Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger, darunter viele Parkschützer, haben am 30. September zu Tausenden ihren Schlossgarten verteidigt. Anschließend haben Parkschützer die Bäume des Schlossgartens bewacht und vor der Fällung bewahrt. Auch den harten Winter über sind die rund 30 Parkschützer in ihren Zelten geblieben, um den Schlossgarten zu schützen. Sie haben sich damit sichtbar gegen die Zerstörung des Parks und für eine zukunftsweisende Bahnpolitik eingesetzt, am runden Tisch in der Parkwache informiert und ein Diskussionsforum geboten. „Dieses besondere Engagement hat alle Beteiligten besonders im Winter viel Kraft gekostet“, so Niko, Sprecher der Parkbewohner. „Wir sind sehr froh, dass wir mit der Unterstützung der Bevölkerung durchgehalten haben, um gemeinsam den Park zu schützen. Unterstützt haben uns viele Stuttgarter durch Spenden und durch ihre Solidarität. Das war eine besondere Erfahrung, für die wir sehr dankbar sind.“

Am 8. Mai werden die Aktiven Parkschützer gemeinsam mit dem gesamten Aktionsbündnis ein neues Zeichen für den Erhalt des Schlossgartens setzen. Mit einer Säaktion werden sie dem Schlossgarten wieder einen frühlingshaften Rasen schenken. Der Park wird danach für die Sommermonate als Erholungsraum wieder allen Stuttgarter Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stehen. Dies wurde auf der Sitzung des Aktionsbündnisses am vergangenen Dienstag einstimmig und ohne Enthaltung beschlossen.

Durch den Wasserwerfereinsatz am 30. September vergangenen Jahres, aber auch durch die Schutzaktion selbst mit dem notwendigen Bau von Zeltlagern ist der Rasen im Schlossgarten stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Verschiedene andere Gruppierungen haben sich den Parkschützern angeschlossen und ebenfalls Zelte aufgestellt. Bis Ende April sollen all diese Zelte und Tipis von der Liegewiese im Mittleren Schlossgarten abgebaut werden. Am 8. Mai wird der Platz, der als Baugrube vorgesehen war, gereinigt, vertikutiert und dann neu eingesät. Zur Teilnahme an dieser Säaktion sind alle Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger eingeladen. Anmeldungen bitte unter parkhilfe@parkschuetzer.de. Wenn der Rasen stabil gewachsen ist, wird der Schlossgarten mit einem großen Parkfest wieder seiner ursprünglichen Bestimmung übergeben, nämlich Erholungsraum für alle Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger zu sein.

Unmittelbare Gefahr durch Fällaktionen besteht für die Bäume im Schlossgarten momentan und voraussichtlich bis Ende September nicht. Sollte das Projekt Stuttgart 21 bis dahin nicht beendet sein, wird der Widerstand im Park ab September wieder intensiviert.

Aktuell sind schon viele Parkschützer aus dem Park abgezogen. Es befindet sich jedoch noch eine Anzahl von Parkbewohnern mit ihren Zelten im Park, die derzeit über die Form des Umzugs beratschlagen. Marcus, der mit vielen anderen im Winter den Park geschützt hat, berichtet von der Idee einiger Parkbewohner, als Gemeinschaft zusammenzubleiben und auf einem neuen Gelände ein Wohnprojekt zu gründen. „Wir werden die kommenden Wochen nützen, um ein Konzept für die Weiterarbeit zu beschließen“, so Marcus, „wir wünschen uns ein geeignetes Gelände.“ Die Aktiven Parkschützer haben ihre Bereitschaft zur Unterstützung beim Abbau und Umzug der Zelte und bei der Entwicklung neuer Projekte zugesagt.

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4 Antworten zu Presseerklärung: Parkschützer und Aktionsbündnis setzen neues Zeichen für Erhalt des Schlossgartens

  1. Carsten sagt:

    Unter dem Vorwand man wollte eine Liegewiese für die Stuttgarter schaffen will eine Gruppe um MvH am 8. Mai im Mittleren Schloßgarten Rasen säen. Damit sollen die Parkbewohner vertrieben und die Saatfläche abgesperrt werden und Gras über die Wasserwerferspuren wachsen.
    Mit der Presseerklärung vom 7.4.2011 soll uns das als großartige Parkschutzmaßnahme verkauft werden.
    Als wenn wir keine anderen Sorgen hätten als die Frage, ob da jetzt Rasen wächst!
    Die Frage ist vielmehr, ob da Ende des Jahres nur noch das Nichts ist.

    Wenn tatsächlich gesät werden würde und sie verhindern wollten, daß auf der Saat neue Zelte errichtet werden, müßten sie die Fläche ja so abriegeln wie die Grundwasservergewaltigungsanlage. Das wäre nicht nur teuer, sondern auch eine Selbstoffenbarung. Und selbst dann kämen wieder Zelte auf die Fläche, sobald sie wieder als Liegewiese freigegeben würde. Darüber hinaus ließe unter den jetzigen Bedingungen die nächste größere Versammlung auf dem frisch gewachsenen Rasen bestimmt nicht lange auf sich warten.

    Die Parkbewohner sind schließlich diejenigen, die immer, also sofort, vor Ort sind.
    Meine Nachforschungen ergaben, daß niemand unter den Parkbewohnern zur jetzigen Zeit bereit ist aus Anlaß der Grassaat den Park zu verlassen. Die Meldung über eine Übereinkunft woanders hin umzusiedeln ist falsch. Sie werden vielmehr Widerstand leisten.

    Es ist zu befürchten, daß der ganze Park dann durch die Polizei komplett geräumt und abgesperrt wird, weil die Bahn und andere dort keine tätlichen Auseinandersetzungen unter den Parkschützern haben wollen.
    Woanders in Stuttgart werden auch Bäume innerhalb der Vegetationsperiode gefällt.
    Wer hat Interesse daran den Projektbetreibern diesen Gefallen zu tun?

    Wenn „Stuttgart 21“ erst endgültig abgesagt ist, dann könnt ihr da Bäume und Blumen pflanzen und Rasen säen.
    Zusammen mit der Wilhelma, den Staatlichen Anlagen und Gärten, die das ohnehin tun.
    Im Park bleiben ist oben bleiben!

    • Max sagt:

      „Unter dem Vorwand man wollte eine Liegewiese für die Stuttgarter schaffen will eine Gruppe um MvH am 8. Mai im Mittleren Schloßgarten Rasen säen. Damit sollen die Parkbewohner vertrieben und die Saatfläche abgesperrt werden und Gras über die Wasserwerferspuren wachsen.“

      Sorry, aber das ist einfach nicht wahr! Wir machen die Sä-Aktion mit den Parkbewohnern zusammen, die sind inzwischen voll dafür und dabei. Niemand will die Zelte räumen und niemand will irgendjemand aus dem Park vertreiben. Bitte hört endlich auf, solche unausgegorenen Gerüchte zu streuen. MvH ist nicht der Feind der Parkschützer sondern deren Sprecher.

      • Carsten sagt:

        Max, ich streue keine Gerüchte, sondern gebe nur meine Beobachtungen und Erkundigungen wider und interpretiere sie.

        Oben im Text steht, „bis Ende April sollen all diese Zelte und Tipis von der Liegewiese im Mittleren Schloßgarten abgebaut werden.“
        Wer entscheidet das denn?!

        Oben steht weiterhin, „aktuell sind schon viele Parkschützer aus dem Park abgezogen“.
        Im Park gibt es nicht nur ein Gehen, sondern auch ein Kommen. Und es ist auch gut so sich abzuwechseln. Die Aussage, alle Parkbewohner würden jetzt „über die Form [ihres] Umzuges beratschlagen“, ist falsch.
        Vielmehr lehnen es alle Parkbesetzer mit denen ich gesprochen habe ab zur jetzigen Zeit zum Zweck der Grassaat den Park zu verlassen.
        Sie haben übrigens schon selbst Rasen gesät. Und tatsächlich haben sie nichts dagegen, daß auf weiteren Flächen, auf denen nicht biwakiert wird, gesät wird. Das kannst du ja machen, wenn du glaubst, daß es dem Spirit der Bewegung nutzt.

        Im letzten Abschnitt schreibt Matthias von Herrmann von einer „Idee einiger Parkbewohner als Gemeinschaft zusammen zu bleiben und auf einem neuen Gelände ein Wohnprojekt zu gründen“. Damit suggeriert er, es handele sich bei der Parkbesetzung bloß um unpolitische Erlebnispädagogik und Selbsterfahrung.
        Das trifft aber nicht zu.
        Im letzten Satz steht dann schließlich worum es der Gruppe in Wahrheit geht: um den „Abbau und Umzug der Zelte“.

        Darüber hinaus ist es ausgesprochen naiv zu glauben, mit einer Grassaat und einem Parkfest ließe sich „Stuttgart 21“ überwinden. Da kannst du den Park wunderbar aufbrezeln wie du willst. Wenn es zu früh ist, hilft es nichts. Der 30.9. hat doch gezeigt, daß sie vor nichts und niemand Respekt haben!

        Was MvH betrifft zitierte ihn die Bild-Zeitung schon früher mit, „von uns campiert da keiner mehr“.
        In seinem Statement auf parkschuetzer.de vom 4.11.2010 leugnete er implizit die Existenz von Parkwache und Parklager.
        Darüber magst du nun selbst urteilen.

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