Rede von Peter Grohmann, Kabarettist und AnStifter, auf der 419. Montagsdemo am 11.6.2018
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
willkommen bei der Montagsdemo, unserem Ankerzentrum der Demokratie!
Was geschieht eigentlich mit einer Gesellschaft, die keine Zukunft will, die sich sperrt gegen jeden Umstieg, gegen Erkenntnis und Wissenschaft, gegen Praxis und Erfahrung, mit einer Stadt vor allem, die an den alternativen Fakten hängt wie eine überreife Mostbirne im Garten der Villa Reitzenstein? Das Festkrallen an der Gegenwart, an angeblich unumkehrbaren Beschlüssen, am Augen-zu-und-durch-Prinzip?
Arno Luik hat es im letzten Stern treffend zusammengefasst. Unsere Gesellschaft lebt und schlummert ja im Glauben „das kann nie passieren“. Es kann alles passieren. Das gilt auch für die Umwälzungen weltweit. Stuttgart 21 ist ein Auslaufmodell der Wachstumsgesellschaft. Wachstum basiert auf Ausbeutung von Menschen und Natur und ist ein Geschäftsmodell der westlichen Gesellschaften, auch wenn es von Russland oder China übernommen wurde. Wachstum ist ein bankrottes Modell.
Zum Überleben gegen Fährnisse aller Art brauchen unsere Demokratien weniger den Wohlstand als vielmehr eine gemeinsame Hoffnung: Die Hoffnung, dass die Menschen zur Einsicht kommen. Die Hoffnung, dass die Städte nicht im Chaos versinken. Die Hoffnung, dass es schön ist, auf der Welt zu sein – schön für die Alten und Armen, für die Kinder, für die Menschen in unserer Stadt. weiterlesen







