Staufen warnt Stuttgart
In Staufen im Breisgau hebt sich nach Geothermiebohrungen seit Jahren die Erde, die Schäden gehen in die Millionen. Auch in Stuttgart besteht Grund zur Sorge!
Staufen im Breisgau befindet sich nach zwei Geothermiebohrungen im Ausnahmezustand, weil sich die Erde zu heben begann. Laut Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau in Freiburg hob sich der Boden dort anfangs um bis zu 1,1 Zentimeter pro Monat, dies entspricht 13,2 Zentimeter pro Jahr! Nach jahrelangem Gegensteuerungsversuchen sind es heute noch immer rund 5 Zentimeter pro Jahr. An Gebäuden und Straßen ist ein Schaden in mehrstelliger Millionenhöhe entstanden. Mehr zum Schadensfall Staufen HIER. Auch rund 200 Böblinger Hausbesitzer stellten im vergangenen Jahr Gebäudeschäden wegen Geothermiebohrungen fest. Mehr dazu HIER.
Das Problem in Staufen und Böblingen hat einen Namen: Anhydrit! Anhydrit wandelt sich durch Wassereinlagerung in Gips um und quillt dabei auf, wodurch sein Volumen um mehr als 60 % zunehmen kann.
Auch der Boden in Stuttgart enthält Anhydrit, was bisher kein Problem darstellte, da diese sogenannte anhydritführende Gipskeuperschicht keinen Wasserzugang hat. Für Stuttgart 21 sollen jetzt zwei Eisenbahntunnelröhren auf einer Länge von knapp 5 Kilometern(!) mit einer Tiefe von bis zu 235 Meter unter dem Fernsehturm (s. Grafik)
und unter Degerloch gebuddelt werden. Was noch immer die wenigsten wissen: Ganz Degerloch inklusive dem Fernsehturm liegt genau wie Staufen im Breisgau auf einer bis zu 80 Meter dicken anhydritführenden Gipskeuperschicht in Tiefen von 140 bis 190 Metern.
Klaus Gebhard, Initiator des Netzwerkes Parkschützer.de, stellt hierzu folgende Frage: "Ist der homo sapiens stuttgartiensis in der Lage, aus dem abschreckenden Beispiel Staufens vernünftige Schlüsse zu ziehen?" Seine Fotoserie inkl. Statements dazu finden Sie HIER.
Anmerkung bzw. kleine Rückschau zum Thema Anhydrit:
Der Tübinger Geologe Jakob Sierich, ein Spezialist für anhydrit- und gipsführende Erdschichten, hat für das Magazin "Stern" das Gutachten analysiert. Sein Befund lautet: “Bei Stuttgart 21 geht es nicht um mögliche Risse in Häusern, es geht um mögliche Krater, in denen Häuser verschwinden können. Es geht um Menschenleben.”
Selten (weil streng geheim) – und wenn dann meist am Rande – kommt mal ein Geologe zu Wort. Was der dann zu sagen hat, ist meist unerfreulich, zitiert Karl Urban diesen Satz in seinem Artikel mit dem Titel: Eingegipst? Stuttgart 21 und die Erdwärme
Auszüge: Um diese Geschichte von Anfang an zu erzählen, müssen wir eine Weile zurückblicken. Vor rund 200 Millionen Jahren war es in Südwestdeutschland warm und feucht. ... Minerale reicherten sich an, ähnlich wie das heute im Toten Meer passiert. Als fast das gesamte Wasser verdampft war, fiel Anhydrit aus. ... In der schwäbischen Hauptstadt liegen diese Anhydritschichten heute wieder an der Oberfläche. Und nicht erst seit Stuttgart-21: Die auch als Gipskeuper bezeichnete Schicht wurde durch Erosion in der jüngeren geologischen Geschichte freigelegt. ... Der Hauptbahnhof liegt im Bereich “Stadtmitte”, der hier den Stuttgarter Talkessel markiert. Gräbt man hier einen unterirdischen Bahnhof und “unterfährt” die Stadt mit weiteren Tunneln, muss man direkt in den Gipskeuper bohren. ...den ganzen Artikel gibt es HIER.











