Rede von Steffen Siegel, Schutzgemeinschaft Filder e.V., auf der 554. Montagsdemo[1] am 8.3.2021
Hallo liebe Freundinnen und Freunde der fruchtbaren Filderebene,
coronabedingt können wir hier gerade etwas aufatmen: weniger Fluglärm, weniger Abgase und ein Himmel fast ohne Kondensstreifen.
Nur: Vor gerade mal 14 Tagen habe ich von der gespenstischen, irren, fast 30 Jahre währenden Geschichte der S21-Planung auf den Fildern erzählt und von dem leeren Gerede des Herrn Bilger. Und nun genau vor 5 Tagen hat dieser Steffen Bilger – ein Volljurist und Staatssekretär beim fragwürdigen Verkehrsminister Scheuer – nachgelegt und diese gespenstische Geschichte weiter geschrieben. Er nannte jetzt Zahlen zum von ihm gepriesenen Tunnel. Auf konkrete Pläne wartet man vergeblich. Diesen 12 km langen, doppelröhrigen Wahnsinnstunnel – er ist länger als der Tunnel von der Filderebene in den Stuttgarter Tiefbahnhof – wollen wir hier, ihm zu Ehren „Bilgertunnel“ nennen. Bilger posaunt nun also stolz herum, sein Tunnel rechne sich. Bei der standardisierten Bewertung der Neu- und Umbaukosten der gesamten Gäubahnstrecke von Singen bis Stuttgart zusammen mit dem Bilgertunnel kämen seine Gutachter gerade mal auf 2,1 Mrd. Euro.
Es soll Juristen geben, die rechnen können, Bilger gehört wohl nicht dazu. 2,1 Mrd. Euro für alles zusammen, die Strecke und den Tunnel, das ist ein schlechter Witz. Der Bilgertunnel kostet angeblich nur 976 Mio. Euro, also, wie gewünscht weniger als 1 Mrd. Unser Fachmann Karl-Heinz Rössler beziffert allein die Tunnelkosten schon auf etwa 2,73 Mrd. Euro, und in der über 20jährigen Geschichte von S21 haben Rössler-Vieregg in ihren Vorhersagen immer deutlich besser gelegen als die teuren Gutachter der Bahn.
Von vornherein war klar, dass der Tunnel für sich betrachtet niemals wirtschaftlich sein konnte, ergo greift man wieder mal zu einem alten Trick, um die Wirtschaftlichkeit herbeizumanipulieren.
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