Hallo, ich bin Kathrin Hartmann.
Eigentlich bin ich Autorin in München. Aber heute möchte ich, kurz vor den Sommerferien, ein bisschen Mathe-Unterricht machen. Es gibt Algebra, es gibt Geometrie und es gibt – Autoindustrie. Und mit deren Grundrechenarten will ich mich heute beschäftigen.
Letzte Woche hat die GroKo ihr Konjunkturpaket verabschiedet: 130 Milliarden Euro. Das trifft überwiegend auf Begeisterung. Sowieso in der GroKo, aber auch in den Medien.
Klar: das „Wummspaket“ erweckt zum einen den Anschein, als könnte damit alles weitergehen wie vorher. Zum anderen sind viele erleichtert darüber, dass es wenigstens keine staatlichen Kaufprämien für Verbrenner geben wird. Dank der Bewegung für Klimagerechtigkeit erfüllt die Bundesregierung dieses Mal der Autoindustrie nicht so schamlos wie sonst alle Wünsche.
Aber auch wenn es offiziell keine Abwrackprämie gibt – de facto werden Verbrenner eben doch staatlich gefördert. Zum einen durch die Senkung der Mehrwertsteuer, die auch den Kauf von Autos ankurbeln soll. Zum anderen mit der erhöhten Kaufprämie für Hybrid-Fahrzeuge: das sind Autos, die mit Batterie UND Verbrenner fahren.
Auf dem Papier klingen Plug-In-Hybride wie wahre Öko-Autos. Zum Beispiel der SUV-Hybrid Q7. Den brachte Audi 2016 auf den Markt: 1,7 Liter Verbrauch, 46 Gramm CO2 pro Kilometer, Effizienzklasse A+, so steht das auf dem Papier. Mit der Realität hat das aber rein gar nichts zu tun: Tatsächlich verbraucht der Wagen zwischen 6,3 und 7,4 Liter auf 100 Kilometer. Denn je nach Ladezustand kann nur bis zu einem Drittel der Fahrten mit einem Plug-In-Hybrid rein elektrisch zurückgelegt werden. Dann schaltet sich der Verbrenner an. Entsprechend liegt der CO2-Ausstoß des Hybrid-Q7 nicht bei 46, sondern bei 195 Gramm pro Kilometer – viermal so hoch, wie vom Hersteller angegeben. Und mehr als doppelt so viel wie die CO2-Obergrenze der EU, die ab nächstem Jahr gilt. weiterlesen







