Peter Grohmanns Wettern der Woche am 12.7.2021
Hakle feucht de luxe ist, wie der Name schon sagt, eher was für bessere Ärsche, ganz ähnlich wie jenes Luxusschiff, das für gefeierte 350 Millionen Euro eben in Stralsund vom Stapel lief. Den Werdegang des tatsächlich sogenannten Expeditions-Kreuzfahrtschiffs Crystal Endeavor hatte auch „die Politik“ begleitet: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig war sich nicht zu fein, den „Porsche der Meere“ zu taufen. Evangelisch? Die „größte Luxus-Expeditionsjacht der Welt“ hat denn auch alles an Bord, was der Umwelt so richtig schadet: Sechs ganz edle Restaurants, ein exquisites Casino, den großen Spa-Bereich, feine Fitnesscenter, Shopping-Chancen – und wenn's zu langweilig wird: für Expeditionen zu Luft und zu Wasser zwei Helikopter, 18 Schlauchboote, 14 Kajaks und ein Mini-U-Boot für sechs Gäste. Ein Ausflug in die Arbeitslosigkeit ist für die Stralsunder Werftarbeiter ab sofort kostenlos, es könnte das letzte Boot sein – aber die Kreuzfahrt in diesem selten verkommenen Luxusschiff kann gern mehrere zehntausend EUR kosten. Darin sind aber (wie bei meiner Omi Glimbzsch im Zittauer Altenheim) begehbare Kleiderschränke, alle Trinkgelder, unbegrenzte erlesene Weine, Champagner und Premium-Spirituosen enthalten – und ein Sechs-Sterne-Service mit einem großzügigen Verhältnis von 1,03 Personal pro geimpften Gast (Prospekt). Viele Anarchistinnen in Norwegen (liegt auf der Route) hoffen, dass das Schiff bald sinkt – der Umwelt zu Liebe. Klar, alle werden gerettet, es sind ja keine Flüchtlinge. weiterlesen






