Stuttgart, 18. Januar 2012: Die angebliche Deeskalationsstrategie der Polizei beim Einsatz zur Absperrung des Südflügels des Stuttgarter Hauptbahnhofs am vergangenen Donnerstag entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Showveranstaltung. Abseits der Aufmerksamkeit der „eingebetteten“ Journalisten wurde auf Einschüchterung und Eskalation gesetzt. So wurden Demonstranten nicht gerade zimperlich behandelt, wenn keine Kameras in der Nähe waren, und es wurde – von den meisten unbemerkt – versucht, durch eine simulierte Räumung der Zeltstadt im Park eine Eskalation zu provozieren.
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Presseerklärung: Polizeitaktik bei Räumung am Südflügel – eine Showveranstaltung?
Rede von Pfarrer Gehring bei Mo-Demo 16.1.
Ansprache zum drohenden Abriss des Bahnhofssüdflügels bei der Montagsdemo am 16.1.2012 von Pfr. i. R. Friedrich Gehring, Backnang
Liebe Kopfbahnhoffreunde,
ich bin gebeten worden, zum drohenden Abriss des Südflügels unseres Kopfbahnhofs als Pfarrer einige tröstende Worte zu sprechen.
Ich werde keinen Trost spenden, indem ich bagatellisiere, wie manche Christen sagen: Es ist doch nur ein Bahnhof. Wenn es nur um den Bahnhof ginge, dann könnte der Abriss ja noch lange warten. Es geht aber hier nicht um einen Bahnhof, sondern um ein neoliberales Schlüsselprojekt und um das Brechen unseres Widerstands gegen diese zerstörerische Ideologie, die Jesus in seiner Muttersprache den Mammon nennt. Der Mammon ist unvereinbar mit dem Gott der Barmherzigkeit. Jesus sagt: Ihr könnt nicht Gott und dem Mammon zugleich dienen (Mt 6,21). Deshalb stehe ich heute hier.
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Mahnwache am Nordausgang seit 18 Monaten
Heute ist es eineinhalb Jahre bzw. 18 Monate her, dass die Parkschützer die Mahnwache am Nordflügel begonnen haben. Die erste Woche damals im Juli 2010 bestand aus viel Improvisation. Inzw. ist die Mahnwache perfekt durchorganisiert, sucht aber immer wieder neue Helfer, die 2 oder 4 Stunden lang mithelfen wollen.
Wenn Sie Lust haben, unsere Mahnwache personell zu unterstützen, dann melden Sie sich bei uns per mail (mahnwache[at]gegens21.de) oder direkt an der Mahnwache persönlich oder telefonisch: 0176-38 50 58 73. Wir freuen uns auf Sie!
Friedensforscher schreibt offenen Brief an MP Kretschmann
Dr. Wolfgang Sternstein, wohnhaft in Stuttgart, begleitet den Widerstand gegen S21 seit Jahren mit Leib und Seele. Er nimmt an Bezugsgruppen und vielen Blockaden teil. In Vorträgen, Podiumsdiskussionen und mit seinen Schriften zum Zivilen Ungehorsam ist er vielen in der Widerstandsbewegung bekannt und von ihnen hoch geschätzt. Als Friedens- und Konfliktforscher arbeitet er seit über dreißig Jahren in der Bürgerinitiative-, Ökologie- und Friedensbewegung und hat bundesweit an zahlreichen gewaltlosen Aktionen teilgenommen.
Wie so viele Menschen in der Bewegung hatte auch er große Hoffnung in einen Regierungswechsel in Baden-Württemberg gesetzt. In seinem unten abgedruckten offenen Brief vom 15. Januar 2012 an MP Kretschmann wird die Enttäuschung deutlich, die nach der Volksabstimmung nicht nur ihn, sondern viele Bürger dieser Stadt ergriffen hat. Für BAA hat Wolfgang Sternstein seinen Brief zur Veröffentlichung freigegeben. weiterlesen
Foto eines kalten Morgens am Südflügel
Auftaktblockade gegen Baufahrzeuge am Südflügel
Unbeeindruckt von frostigen Minusgraden versammelten sich heute Morgen um 6 Uhr erstmals seit der Räumung der Südflügel-Blockade Demonstranten am Widerstandsbaum. Nach einer kurzen Besprechung zur Einschätzung der Situation am Südflügel und am Grundwassermanagement wurden an der Absperrung Richtung Wolframstraße, nahe Café Nil, die dort eintreffenden Baufahrzeuge am Zugang gehindert. Auf Nachfragen bei den Polizisten, warum Fahrzeuge trotz gerichtlich verhängten Baustopps auf das Gelände des GWM fahren, wurde erwidert, es sei nicht die Aufgabe der Polizei, hier einzuschreiten. Die Blockierer wurden aufgefordert, die Einfahrt für die an der Entkernung des Südflügels beteiligten Fahrzeuge freizugeben. Nach dreimaliger Aufforderung blieben vier Protestierer stehen; ihre Personalien wurden festgestellt. Die Bauverzögerung betrug eine halbe Stunde. Nach Angabe von Polizisten soll die Absperrung der Straße am Schlossgarten heute aufgehoben werden.
Medienberichte 17.1.
dpa: 16 Verfahren gegen Volksabstimmung zu Stuttgart 21
dapd: BGH: Bahn haftet bei Unfall auf nicht verkehrssicherem Bahnsteig
Radio Utopie: “Es geht hier nicht um einen Bahnhof, sondern um ein neoliberales Schlüsselprojekt”
Musicheadquarter: Stuttgart 21 - macht doch was ihr wollt!
Südkurier: Genossen in bester Stimmung
SWP: Ziel ist Konsens beim Quorum
SWP: Juchtenkäfer auf der Torte
SWP: Wutbürger ins Konzept einbinden
Ostsee-Zeitung: Ramsauer favorisiert Kapitalaufstockung bei DB Mobility
dpa: Bayerische Regierung verschiebt Ausbau des Flughafens
Volksentscheid zu „Stuttgart 21“ beim Staatsgerichtshof angefochten
Seit 16.01.2012 ist beim baden-württembergischen Staatsgerichtshof eine Volksentscheidsanfechtung anhängig. Ziel des Antrags ist es, den Volksentscheid für ungültig zu erklären, hilfsweise ihn unter rechtmäßigen Bedingungen zu wiederholen.
Es werden im Wesentlichen folgende Anfechtungsgründe geltend gemacht:
1. Der Volksentscheid verstieß gegen das Grundgesetz, weil dem Land Baden-Württemberg die Kompetenz für den Bereich der Schienenwege fehlt. Die entsprechenden Kompetenzen liegen nach Art. 73 Nr. 6a GG, 87 e I 1 GG eindeutig beim Bund. Es verstößt zudem auch gegen die Abstimmungsfreiheit des Art. 26 IV LV, wenn dem Bürger - sinngemäß - die Frage zur Abstimmung vorgelegt wird, "Wollen Sie, dass ein grundgesetzwidriges Gesetz in Kraft tritt?"
2. Die Briefabstimmungsunterlagen wurden von der Landesregierung versehentlich deutlich früher verschickt als die weiterlesen
Vorauseilender Gehorsam – eine Untugend wird belebt
Beobachtet und kommentiert von Petra Brixel
Rund um das Bahnprojekt Stuttgart 21 ist eine überwunden geglaubte Untugend zu beobachten: der vorauseilende Gehorsam. Und dafür mangelt es nicht an erschreckenden Beispielen. Die Absperrung des Südflügels des Bahnhofs und die vorherige Räumung von 600 Demonstranten durch fast 2000 Polizisten, die - ohne baufortschrittliche Notwendigkeit - im Auftrag von Bahn oder Landesregierung (oder wem eigentlich?) das höchst wackelige Baurecht der Bahn dienstbar unterstützten, ist das jüngste Beispiel. Vorauseilenden Gehorsam nennt man das, eine eher in der Kaiser- und Gutsherrenzeit angesiedelte Eigenschaft. Es ist lt. Wikipedia die „… freiwillige Vorwegnahme eines vermuteten erwünschten Verhaltens.“
Zwei weitere Exemplare dieser in Stuttgart zur Hochblüte sich erhebenden voreiligen Befolgung von Anweisungen sind derzeit zu konstatieren: in Form einer Anordnung des Amts für öffentliche Ordnung und auf einem Stadtplan der Stuttgarter City, herausgegeben von der Tourist Information i-Punkt. weiterlesen
Presseerklärung: Keine Unterstützung für den Falschspieler Bahn!
107. Montagsdemo gegen Stuttgart 21
Stuttgart, 16. Januar 2012: Innerhalb weniger Wochen wurde offenbar, dass die Bahn beim Stresstest betrogen hat, dass die Bahn erneut illegal Bäume fällen wollte, dass die Bahn am Grundwassermanagement seit über einem Jahr ohne Baurecht baut, dass die Bahn mangels Auftragnehmer nicht in der Lage ist, seit langem anstehende Bauabschnitte wie Nesenbachdüker und Technikgebäude in Angriff zu nehmen, um nur einige Beispiele zu nennen. Durch diese Mischung aus Vertuschung und Unfähigkeit hat die Bahn bereits jetzt einen Projektverzug von mehreren Jahren verursacht.
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Medienberichte 16.1.
StN: Bahn schreibt Streckenbau auf der Alb aus
StN: S21 Fildern - Das Gespräch mit dem Verkehrsminister ist geplatzt
business: Öffentliche Veranstaltung zur S-21-Planung auf den Fildern wird verschoben
Radio Utopie: Live TV von der 107. Montagsdemo gegen “Stuttgart 21″
Radio Utopie: “Das wird kein Bahnhof mehr sein, sondern nur noch eine Haltestelle”
Radio Utopie: Ingmar Grosch: “Falschspielerei bei den Kosten”
StZ: Nur wenige Chefs fahren auf die Bahn ab
Stern: Ramsauer - Auf absehbare Zeit kein Bahn-Börsengang
SWR: Regierung und Opposition nähern sich bei Plebisziten an
Schwäbische Post: Immer friedlich bleiben
musikmarkt: Stuttgart 21 zwang Traditions-Club Röhre zur Schließung
StZ: Architekturgeschichte in Stuttgart - Requiem für einen Bahnhof
Südwesten: Südflügel des Bahnhofs wird entkernt
Welt: Stuttgart 21 soll die Stadt ganz neu erschaffen
StN: Die Bahn will den Panoramaweg sperren
StZ: Bahn: Zweite Grundwasseranlage ist eine Option
dapd: Bei der Bild-Zeitung geht Drohung ein
Süddeutsche Zeitung: Stofflatschen gegen Stuttgart 21
Fellbach und Rems-Murr-Kreis: Die "Herrschenden" bekommen ihr Fett weg
SWP: Mehr Tränen als Tränengas
SWP: Rivoir: Die Bahn trödelt bei S 21
Berliner Morgenpost: Walter Sittler - "Rock'n'Roll sollen Jüngere tanzen"
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derFreitag: Die im Dunkeln sieht man nicht?
Wie die Politik die Medien vor ihren Karren spannt um das Volk zu manipulieren, wurde jedem spätestens nach der Volksverdummung zu Stuttgart 21 klar. Nun wurde im Vorfeld zur Räumung nur eine beschränkte Anzahl von Journalisten "eingebettet". Journalisten der Stuttgarter Zeitung hatten bereits in der Abendausgabe einen Bericht über die noch nicht stattgefundene Räumung veröffentlicht (s. dazu HIER & HIER). Der Begriff "eingebettet" darf demnach auch so verstanden werden, dass diese Journalisten ungeniert im Bett bleiben dürfen, da sie vorab bereits alle Infos zum Ablauf erhalten haben. Heute erschien ein lesenswerter Artikel der im Gegensatz zu den Medienberichten offenlegt, dass die Polizei auch bei dieser Räumung mit dem Feuer spielte.
Auszüge: derFreitag
"Das Große Eiapopeia
Alles läuft beim Projekt S21 nach Plan, auch die mediale Spiegelung. Nach der nächtlichen Räumung und Absperrung des Areals vor dem Südflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs in der Nacht vom 12. auf den 13. Januar ist das Lob der Kommentatoren einhellig..."
"Selbst-Befriedung
Dass es sich bei S21 nebenbei immer noch um ein mutmaßlich illegitimes und wahrscheinlich sogar illegales Projekt handelt, welches durch Polizei und Regierung nun durchgesetzt wird, spielt in diesen Betrachtungen keine Rolle mehr. Und so soll es ja auch gefälligst sein. Man nennt das „Befriedung“. Die wird dann notfalls auch herbeigeschrieben, logisch.
Eine weitere Besonderheit dieser Staats- und Polizeiaktion in Stuttgart war weiterlesen







